Bayerische Staatsbibliothek zeigt „Lafreri-Atlas“ aus dem 16. Jahrhundert - wissenschaft.de
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Geschichte+Archäologie

Bayerische Staatsbibliothek zeigt „Lafreri-Atlas“ aus dem 16. Jahrhundert

„Lafreri-Atlas“: Ausschnitt aus der Nordamerika-Karte von 1566. (Foto: Bayerische Staatsbibliothek)

Die Bayerische Staatsbibliothek hat für rund 1,4 Millionen Euro einen historischen Sammelatlas aus vormaligem Privatbesitz erworben. Der sogenannte Lafreri-Atlas enthält Karten von den namhaftesten italienischen Kartenstechern, vor allem aus dem Haus Bertelli. Durch den Ankauf der Staatsbibliothek wurden die Zerlegung und der Einzelverkauf des kostbaren Atlasses verhindert: Die 191 Karten aus den Jahren 1545 bis 1571 sind sehr selten und von hoher wissenschaftlicher Qualität. Von heute bis zum 29. August 2014 präsentiert die Bayerische Staatsbibliothek in ihrer Schatzkammer den „Lafreri-Sammelatlas“.

Antonio Lafreri (1512-1577) war ein italienischer Verleger und Kartenhändler, der erstmals Atlanten in einem einheitlichen Format herausgab. Im Gegensatz zu neueren Verlagsatlanten sind solche Sammelatlanten fast durchweg Unikate, da die Zusammenstellung der enthaltenen Karten von verschiedenen Stechern jeweils einmalig ist. 25 Karten des „Lafreri-Atlas“ sind bislang noch unbekannt, 15 gelten als Höhepunkte der Kartographie. „Wir freuen uns sehr über den erfolgreichen Ankauf“, betont Rolf Griebel, Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek: Dieser Sammelatlas unterstreiche einmal mehr die weltweite Bedeutung der gedruckten Karten des 16. Jahrhunderts im Besitz der Bayerischen Staatsbibliothek.

Das Kartenwerk beinhaltet die erste gedruckte großmaßstäbige Karte Südamerikas und die erste Karte Nordamerikas, die erstmals auch die Nordwestpassage zeigt. Auch ein Vogelschaubild Roms, das einzige nachweisbare Werk des Stechers Leon Pitor, sowie drei Karten von Oratio Bertelli zählen zu den Höhepunkten des Werks. Zwei Vogelschaubilder von Augsburg und eine Ansicht von München deuten an, dass der Atlas ursprünglich vielleicht für einen Besitzer aus dem süddeutschen Raum zusammengestellt wurde. Das Werk hat keine Titelseite und keinen zeitgenössischen Einband. Der vorliegende Einband stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Atlas mit „alter“ Blattzählung neu gebunden und durch diverse Faltkarten erweitert.

Zu großem Dank verpflichtet sieht Griebel sich der Kulturstiftung der Länder und mehreren anderen Förderern. Ohne deren großzügiges finanzielles Engagement wäre der Erwerb des herausragenden Atlantenwerks nicht möglich gewesen.

Der Lafreri-Atlas wird in Verbindung mit Highlights aus dem Altkartenbestand der Bibliothek gezeigt. Besonders interessant sind hier die Atlanten von Ortelius und Mercator sowie die „Carta Marina“ von Olaus Magnus, von der weltweit nur ein weiteres Exemplar existiert.

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Quelle: Bayerische Staatsbibliothek
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