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Büro-Pflanzen lassen die Produktivität erblühen

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Credit: Thinkstock
„Im Büro soll konzentriert gearbeitet werden – Zimmerpflanzen sind da doch nur pflegeintensiver Firlefanz“. Bei dieser weitverbreiteten Ansicht handelt es sich offenbar um einen Irrtum mit wirtschaftlichen Folgen, sagen Forscher. Ihre Studie kam nämlich zu dem Ergebnis: An Arbeitsplätzen mit Pflanzendekoration erreichen Beschäftigte 15 Prozent mehr Arbeitsleistung als in trostloser Büro-Knast-Atmosphäre. Damit konnten sie erstmals den positiven Effekt von Grün unter realen Arbeitsbedingungen dokumentieren.

Die Forscher um Marlon Nieuwenhuis von der Cardiff University führten ihre Untersuchungen in zwei großen Bürogebäuden in Großbritannien und den Niederlanden durch. Über einen Zeitraum von mehreren Monaten hinweg wurden den Büroräumen Pflanzen hinzugefügt und wieder entfernt. Die grüne Version des Arbeitsplatzes war durch Pflanzendekoration definiert, bei der von jedem Sitzplatz aus mindestens zwei Gewächse sichtbar waren. Parallel zu den Umgestaltungen erfassen die Forscher durch Befragungen, wie die Beschäftigten die räumliche Arbeitsatmosphäre wahrnahmen. Darüber hinaus analysierten sie auch die Produktivität des Personals über den Studienzeitraum hinweg.

Die Auswertungen ergaben: Als die Pflanzen die Büroräume schmückten, berichteten die Beschäftigten von gesteigerter Zufriedenheit am Arbeitsplatz, besserer Luftqualität und mehr Konzentrationsfähigkeit. Dies spiegelte sich offenbar auch in der Arbeitsleistung wider: Im Vergleich zu den Phasen ohne Pflanzen-Deko lag die Produktivität um durchschnittlich 15 Prozent höher, zeigten die statistischen Auswertungen. Den Forschern zufolge liegt das daran, dass die Beschäftigten durch den Effekt der Pflanzen körperlich, geistig und emotional besser auf die Arbeit eingestellt waren.

Investition in Pflanzen lohnt sich

Aus früheren Studien ist bereits bekannt, dass der Anblick von Pflanzen Stress mildern und die Aufmerksamkeitsspanne sowie das Wohlbefinden steigern kann. Die Studie der Forscher hat nun allerdings erstmals konkret gezeigt, dass dies einen messbar positiven Effekt am realen Arbeitsplatz verursacht. „Arbeitgeber sollten ihre Neigung zu nüchternen Büros überdenken“, sagt Nieuwenhuis, „nicht nur zum Wohl der Beschäftigten, sondern auch im Hinblick auf den Erfolg des Unternehmens“.

Den Forschern zufolge entspricht das grüne Büro momentan leider nicht dem Trend des Zeitgeistes. Die Funktionalität von Arbeitsplätzen steht demnach derzeit im Vordergrund beim Design von Arbeitswelten. Doch wie die Studienergebnisse belegen, könnten entsprechend nüchterne Konzepte zum Nachteil aller Beteiligten werden. Die Forscher wollen nun dagegen konkrete Konzepte entwickeln, wie Pflanzen am besten zu einer buchstäblich genialen Raumatmosphäre am Arbeitsplatz beitragen können. 

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Originalarbeit der Forscher:

© wissenschaft.de – Martin Vieweg
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