Carl Schuch. Ein europäischer Maler - wissenschaft.de
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Geschichte+Archäologie

Carl Schuch. Ein europäischer Maler

Carl Schuch, Stillleben mit Kürbis, Pfirsich und Weintrauben, um 1884, Öl auf Leinwand, 62 x 81 cm, © Belvedere, Wien

Carl Schuch zählt zu den bedeutendsten Malern des späten 19. Jahrhunderts. Da er allerdings aufgrund seines ausgeprägten Perfektionismus seine Malerei nicht öffentlich präsentieren wollte, blieb er zu Lebzeiten vorwiegend in Malerkreisen bekannt. Seine Stillleben und Landschaftsgemälde stellen ihn dennoch auf eine Stufe mit Edouard Manet oder Paul Cézanne. Ab 26. Juni verspricht die Ausstellung „Carl Schuch. Ein europäischer Maler“ im Unteren Belvedere eine Begegnung mit einem der begnadetsten Koloristen des 19. Jahrhunderts.

Mit mehr als 100 Werken Carl Schuchs sowie berühmter Vorbilder und Zeitgenossen wie Cézanne, Daubigny oder Delacroix veranschaulicht die Ausstellung die Suche des Künstlers nach einer eigenen Bildsprache. Als gebildeter und wohlhabender Kosmopolit, den ein ruheloses Leben in viele Kunstzentren Europas führte, studierte er in Museen und Sammlungen akribisch alte Meister sowie Zeitgenossen und versuchte unaufhörlichals Künstler und Mensch zu wachsen. Sein selbst auferlegtes Lernprogramm führte ihn vom Stillleben über die Architektur zur Landschaftsmalerei.

Die Ausstellung präsentiert Frühwerke, wie das erste Stillleben Äpfel und Birnen, sowie Gemäldeserien, wie Wildente oder Äpfel auf Weiß, deren Motive er immer weiter variierte, um Farben, Formen und Pinselstrich zu perfektionieren. Die Ausstellung zeigt, dass der Künstler in seinen Stillleben jene Meisterschaft erlangt hat, die ihn auf eine Stufe mit Manet und Cézanne stellt und zugleich seine Herkunft aus der mitteleuropäischen Maltradition vor Augen führt. Mehrere Studien aus seiner impressionistischen Phase, etwa Waldlichtung bei Purkersdorf, veranschaulichen den Prozess von der ersten Skizze bis zum fertigen Gemälde.

Unablässig experimentierte der Maler mit neuen Farbzusammenstellungen – seinen „Farbpaletten“ – um die Schönheit der Natur noch eindrücklicher darzustellen. Da er überzeugt war, dass es unmöglich sei, die Natur vollständig zu erfassen oder abzubilden, musste jedes Bild eine eigene Vollkommenheit und Schönheit erlangen. Schuch war in diesem Sinne wesentlich moderner als seine mitteleuropäischen Zeitgenossen. Er fasste die Bildfläche als zweidimensional auf und versuchte, ihr durch immer prächtigere Farbakkorde einen Rhythmus, eine rein aus der Farbe gewonnene Beweglichkeit und Lebendigkeit zu verleihen.

Schließlich zeigt die Ausstellung Hauptwerke des Künstlers wie die Landschaftsgemälde „Im Tal des Doubs“ oder „Waldinneres beim Saut du Doubs“, die am Höhepunkt seiner Karriere in den 1880er- Jahren entstanden. Erstmals werden auch seine vollständig transkribierten Venezianischen und Pariser Notizhefte zu sehen sein, die neben den Briefen tiefe Einblicke in sein Denken als Maler

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In der Ausstellung werden Schuchs Werken zudem Arbeiten von Delacroix, Corot, Courbet, Cézanne, Daubigny, Thoma, Leibl und Trübner gegenübergestellt.

Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog, dem das Faksimile eines der Pariser Notizhefte beigelegt ist. In der Folge wird eine englische Version des Katalogs erscheinen.

Startseite Bilderwechsler: Carl Schuch, Sägewerk am Saut du Doubs II, um 1888, Öl auf Leinwand, 57,5 x 81 cm, © Pommersches Landesmuseum, Greifswald

Quelle: Veronika Werkner
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