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Geschichte+Archäologie

DAMALS-Podcast, Folge acht: Brandts historischer Kniefall

Bei seinem  Warschau-Besuch kniete Bundeskanzler Willy Brandt am 7. Dezember 1970 am „Denkmal der Helden des Ghettos“ nieder. Diese Geste der Demut des deutschen Regierungschefs wurde zum Symbol seiner neuen Ostpolitik.

Große Teile des konservativen politischen Lagers in der Bundesrepublik reagierten mit scharfer Kritik, sie sprachen von „Unterwerfung“. Denn aus ihrer Sicht gab der SPD-Politiker damit all jene Ansprüche auf, die von den Vertriebenenverbänden weiter gepflegt wurden. Darüber hinaus, das war der eigentliche Zweck der Polen-Reise des Kanzlers, wurde in Warschau zwischen der Bundesrepublik und Polen der Vertrag „über die Grundlagen der Normalisierung ihrer gegenseitigen Beziehungen“ unterzeichnet. Darin erkannte die deutsche Seite die Oder-Neiße-Linie als Polens Westgrenze an.

In Polen, ebenso im gesamten Ostblock, fand Brandts Kniefall dagegen hohe Anerkennung. Tatsächlich legte er die Grundlagen für eine zunehmend vertrauensvolle Zusammenarbeit, die in den folgenden Jahren das Verhältnis der beiden Machtblöcke des Kalten Kriegs insgesamt merklich verbesserte. Höhepunkt dieser Entwicklung war die Einigung auf die Schlussakte der „Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa“ (KSZE) 1975 in Helsinki. Ost und West verpflichteten sich darin auf gemeinsame Werte, darunter die Beachtung der Menschenrechte. Für die deutsche Seite unterzeichnete Brandts Nachfolger Helmut Schmidt den wegweisenden Vertrag.

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