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Geschichte+Archäologie

DAMALS-Podcast, Folge neun: Aufstieg und Fall des Numiders Jugurtha

Im Kampf um den Thron von Numidien ignorierte Prinz Jugurtha (um 160–104 v. Chr.) lange alle Direktiven und Ermahnungen aus Rom – er war dort bestens vernetzt. Dann aber überspannte er den Bogen. Es kam zum Krieg.

Als die Römer 133 v. Chr. die aufständische Stadt Numantia in Iberien belagerten, forderte Kommandant Scipio Aemilianus Africanus Unterstützung von diversen Verbündeten ein. So entsandte auch der numidische Herrscher Micipsa ein Kontingent, geführt von seinem Neffen Jugurtha. Der junge Prinz konnte während dieser militärischen Kampagne genau studieren, mit welchen Mitteln sich das Römische Reich Respekt verschaffte und seine Herrschaft dauerhaft sicherte: einer Mischung aus langfristiger Strategie, geschickter Taktik und gnadenloser Gewalt. Zudem lernte er zahlreiche Römer aus den führenden Familien kennen, die sich später als wertvolle Verbündete und Unterstützer erweisen sollten.

Nach dem Tod Micipas schaltete Jugurtha systematisch seine Rivalen, die beiden Söhne des Monarchen, aus, obwohl sich alle drei die Herrschaft eigentlich teilen sollte. Mehrfach musste er sich gegenüber Rom rechtfertigen, gar Versprechen ablegen, sich an Verabredungen zu halten. Aber Jugurtha verfolgte dennoch seine Machtpläne. Nach der Eroberung Cirtas, Metropole von Micipsas Sohn Adherbal, ließ Jugurtha nicht nur den Konkurrenten hinrichten, sondern auch die Verteidiger der Stadt – darunter zahlreiche Italiker.

Außerdem rückte zunehmend ein wirtschaftliches Problem in den Fokus: Das Numiderreich war die Kornkammer des Römischen Reichs. Dort hatten viele Römer, Mitglieder des Ritterstandes, investiert, die Zerstörungen während des numidischen Machtkampfs vernichteten viel Geld. Eine Zeitlang konnte Jugurtha noch auf seine römische Netzwerke vertrauen, um eine militärische Reaktion Roms zu verhindern. 104 v.Chr. fiel allerdings die Entscheidung: Der ehrgeizige Numider war vom Verbündeten zum Feind geworden. Diesen Kampf konnte er nicht gewinnen.

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Der Podcast zur Geschichte.

Geschichten von Alexander dem Großen bis ins 21. Jahrhundert. 2x im Monat reden zwei Historiker über ein Thema aus der Geschichte. In Kooperation mit DAMALS – Das Magazin für Geschichte.

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Wissenschaftslexikon

Li|to|ri|na  〈f.; –, –ri|nen; Zool.〉 Art der Strandschnecken, wichtiges Leitfossil: Littorina littorae [zu lat. litus, ... mehr

Die Zukunft geht uns alle an. Daher müssen auch alle darüber mitreden können. Das gilt für den Ausstieg aus dem Shutdown bzw. die Fortführung von Seuchenbekämpfungsmaßnahmen ebenso wie für die Wege der ökonomischen Bewältigung der Krise.

Der Baden-Württembergische Ministerpräsident Kretschmann hat sich gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung so positioniert, dass die Staatsschulden innerhalb von 10 Jahren abgebaut werden müssten und daher die meisten von uns nach der Coronakrise ärmer sein werden. Die „Wirtschaft“ soll ja nicht belastet werden.

Als realpolitische Prognose mag das zutreffen. Aber man muss sich damit nicht schicksalsergeben abfinden oder das gar als alternativlosen makroökonomischen Weg mit unvermeidlichen sozialen Verwerfungen vorzeichnen. In den „Freiburger Diskursen“ hat der Ökonom Guenther Grunert gerade ein Interview gegeben, das die Annahmen, die hinter solchen Strategien stehen, kritisch reflektiert. Er bezieht sich dabei nicht explizit auf Kretschmann, man kann das Interview aber lesen wie eine Antwort auf den schwäbischen Hausmann. Möglicherweise hatte der nämlich bei seiner Äußerung nicht im Blick, dass Staatsfinanzen anders funktionieren als private Sparkonten.

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Ich habe zwar vor Jahrzehnten ein paar Semester Betriebswirtschaftslehre studiert (u.a. bei dem später einflussreichen wirtschaftsliberalen Geldtheoretiker Otmar Issing), bin aber natürlich kein Fachmann für volkswirtschaftliche Fragen. Mit anderen Worten: Ich kann bei dem Thema nicht wirklich fachkompetent mitreden. Das wird vielen anderen genauso gehen. Die meisten von uns sind auch keine Virologen, keine Spezialisten für epidemiologische Modellierung oder für Infektionsschutz. Aber wir alle müssen trotzdem mitreden, wenn es um die Frage „wie weiter“ geht. Dazu brauchen wir breite – und auch kontroverse – Debatten, wissenschaftlich gut beraten natürlich.

Um noch einmal den Ethikrat zu zitieren: „Die Corona-Krise ist die Stunde der demokratisch legimitierten Politik“. Lassen wir uns das nicht aus der Hand nehmen. Auch nicht von den Wissenschaftler/innen, die für eine demokratisch legitimierte Politik so unverzichtbar sind wie das Wasser für die Blumenwiese – oder den alten Kaktus aus Stuttgart. Es ist unsere Zukunft.

http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2020/04/12/coronakrise-den-demokratischen-diskurs-zur-frage-wie-weiter-initiieren-teil-2/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=coronakrise-den-demokratischen-diskurs-zur-frage-wie-weiter-initiieren-teil-2

Me|la|no|se  〈f. 19; Bot.〉 Schwärzung in pflanzlichen Geweben als Folge der Bildung von schwarzen Farbstoffen

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