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Geschichte+Archäologie

DAMALS-Podcast, Folge zehn: die fast unendliche Geschichte des Eurotunnels

Am 20. Januar 1986 kündigten die britische Premierministerin Margaret Thatcher und Frankreichs Präsident François Mitterand den Bau eines Tunnels unter dem Ärmelkanal an. Eine Sensation – mit rund 150 Jahren Vorgeschichte.

Ein Eisenbahntunnel sollte es nun werden, und das wurde es auch: Gemessen an den über viele Jahrzehnte immer wieder aufflammenden Diskussionen über ein solches Projekt auf britischer Seite, ging es nun rasend schnell: Schon im November 1994, also acht Jahre später, durchquerten Züge den Tunnel. Sie transportieren Güter (bzw. Lkws) und Passagiere. Das Großprojekt, von Ingenieuren weltweit gepriesen, war während der Bauphase immer teurer geworden – zum Schluss hatten sich die realen Kosten gegenüber der Planung auf umgerechnet rund 15 Milliarden Euro etwa verdoppelt. Zentral war allerdings das politische Signal, das vom „Eurotunnel“ ausging: Damit bekannten sich die Briten zur zunehmend engen Verbindung mit Europa – ein aus Nach-Brexit-Sicht besonders interessanter Aspekt.

Erstmals Anfang des 19. Jahrhunderts und dann intensiv seit den 1850er Jahren war eine solche Verbindung immer wieder diskutiert worden: Ingenieure auf beiden Seiten des Kanals entwarfen diverse Szenarien bis hin zu sehr konkreten Projekten: eine Postkutschenverbindung mit Pferdewechsel auf einer künstlichen Insel, bald schon Röhrentunnel, auch Brücken. Aber immer wieder wurde die Idee an entscheidender politischer Stelle verworfen, weil auf britischer Seite große Ängste vor einer allzu engen Anbindung herrschten. Nicht nur über die Frage, ob nicht etwas von der Besonderheit der Briten und ihrer speziellen Inselwelt verlorengehe, falls es eine solche Verkehrsverbindung gebe, wurde kontrovers debattiert, sondern ernsthafte militärstrategische Bedenken verhinderten letztlich lange einen Durchbruch zugunsten der Annäherung an Europa.

Schon vor dem Zweiten Weltkrieg war jedoch klar, dass mögliche Angriffe auf Großbritannien künftig wesentlich aus der Luft zu erwarten waren – was dann ja auch mit der Luftschlacht um England geschah – und nicht durch eine angreifbare Röhre oder über eine Brücke. Aber der Lauf der Geschichte hielt noch verschiedene Wendungen bereit, bis aus den Visionen schließlich Wirklichkeit wurde.

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