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Geschichte|Archäologie

Der fremde Blick auf die Museumsinsel

Cover des Buchs "Die Berliner Museumsinsel". (Böhlau Verlag)

Ach, was ist das schön! Welch herrliches Gedicht in Stein“, schwärmte Guillaume Apollinaire beim Anblick des Pergamon-Altars, als er 1902 Berlin besuchte. Der niederländische Maler Johan Gram wiederum hatte sich bereits 1880 von der Nationalgalerie auf der Museumsinsel begeistern lassen. Kunst sei dort so „königlich untergebracht, dass man die Schale viel schöner findet, als die Perlen, die sie enthält“. Und die Königsbergerin Fanny Lewald war nach ihrem Besuch des Königlichen Museums (heute Altes Museum) 1832 geradezu überwältigt. „Das Schöne war vorhanden auf der Welt, und ich konnte es genießen“, schrieb sie.

Diese höchst unterschiedlichen Zeugnisse über Berlins Museen und deren Sammlungen finden sich in dem Band „Die Berliner Museumsinsel. Impressionen internationaler Besucher (1830–1990)“, den Bénédicte Savoy, Professorin für Kunstgeschichte an der TU Berlin, und die freie Kunsthistorikerin Philippa Sissis im Böhlau Verlag Köln herausgegeben haben und der jetzt erschienen ist. Unter ihrer Leitung haben Studierende der TU Berlin die Texte ausgewählt und editiert. Das Buch ist innerhalb des institutionsübergreifenden Exzellenzsclusters „Topoi“ entstanden. Die Kunsthistorikerinnen und Studierenden haben Reiseberichte, Tagebucheinträge, Briefe, Zeitungsartikel und autobiografische Skizzen von Wissenschaftlern, Literaten, Künstlern, Journalisten und ganz normalen Reisenden gesammelt. Ihr Anspruch war es, Eindrücke aus der ganzen Welt zusammenzutragen. Neben Briten und Franzosen, die das Gros ausmachen, finden sich auch Zeugnisse eines Ägypters, eines Japaners, eines Portugiesen oder auch eines Paraguayers. Viele der Berichte wurden für die Anthologie erstmals ins Deutsche übersetzt, einige Dokumente werden sogar zum ersten Mal veröffentlicht wie zum Beispiel die eindrucksvollen Skizzen des Malers William Turner zum Alten Museum. Die Texte zeigen auch, was für ausländische Museumsexperten an Berlins Museen nachahmenswert war oder was ihnen als verfehlt galt: So war der Direktor der ägyptischen Abteilung des Louvre in Paris Emmanuel de Rougé von der Ausmalung der Säle im Neuen Museum im ägyptischen Stile wenig angetan, weil sie die Gegenstände in der Ausstellung „wie alte hässliche Steinbrocken“ aussehen ließen. Auch erschien ihm die Art und Weise der Restaurierung antiker Fragmente fragwürdig. „Man hat die Manie der Restaurierungen zu einem absurden Punkt vorangetrieben, hat einen ganzen Koloss restauriert, … von dem nur ein Bein übrig war. Dieses bewundernswerte Bein von Sesurtasen I. verschwindet im Gipsberg, mit dem man es so unpassend ergänzt hat. Das sind Beispiele, die wir nicht nachahmen werden.“ Vor dem Hintergrund der Diskussion um den Umzug der Berliner Gemäldegalerie am Kulturforum verstehen die Herausgeberinnen ihre Anthologie auch als ein „Plädoyer für mehr historische Tiefe“ in dieser Auseinandersetzung. Nicht von ungefähr endet der Band mit einem Artikel des New Yorker Kunstkritikers John Russell aus dem Jahr 1990. Angesichts des Mauerfalls und damit der Möglichkeit, die durch Krieg und Teilung auseinandergerissenen Berliner Sammlungen wieder zusammenführen zu können, fragte er: „Was werden sie nun tun, da der Spiegel wieder zusammengefügt werden kann? Das werden die Zeit, das Taktgefühl und die tiefsitzenden Emotionen entscheiden.“

Quelle: Technische Universität Berlin
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Po|ly|ad|di|ti|on  〈f. 20〉 Verfahren zum Aufbau von hochpolymeren Stoffen aus kleinen Molekülen, wobei reaktionsfähige Gruppen der Moleküle ohne Abspaltung anderer Stoffe, aber unter innerer Umlagerung der Moleküle zusammentreten

Ba|si|lie  〈[–lj] f. 19; Bot.〉 = Basilienkraut

Feu|er|gott  〈m. 2u; Myth.〉 über das Feuer gebietender Gott

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