Der goldene Palast, wie Nero ihn sah - wissenschaft.de
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Geschichte+Archäologie

Der goldene Palast, wie Nero ihn sah

Rekonstruktion eines Raumes der Domus Aurea (Credit: Coopculture)

Gold, Marmor und prunkvolle Fresken – antike Pracht in gigantischen Dimensionen: Wie der goldene Palast des Kaisers Nero einmal ausgesehen hat, können Rom-Besucher nun vor Ort eindrucksvoll erleben. Virtual-Reality-Brillen geben den Resten der Domus Aurea bei einem Rundgang ihren einstigen Glanz zurück.

Heute sind nur noch Gemäuer und ein paar karge Räume vom einstigen Prachtbau des berühmt-berüchtigten Kaisers Nero (54 bis 68 n. Chr.) übrig. Nach dem großen Brand von Rom ließ er im Bereich des heutigen Kolosseums seine neue Kaiserresidenz errichten: die Domus Aurea. Die bombastische Anlage umfasste etwa 80 Hektar. Der antike Schriftsteller Sueton (70 bis 122 n. Chr.) vermittelt in seiner Biographie Neros einen Eindruck des Palastes:

„In der Eingangshalle hatte eine 120 Fuß hohe Kolossalstatue mit dem Porträt Neros Platz. Die ganze Anlage war so groß, dass sie drei Portiken von einer Meile Länge und einen künstlichen See umfasste, der fast ein Meer war, umgeben von Häusern, so groß wie Städte. Dazu kamen Villen mit Feldern, Weinbergen und Weiden, Wälder voller wilder und zahmer Tiere aller Arten. Einige Teile des Hauses waren vollständig vergoldet und mit Gemmen und Muscheln geschmückt. In den Speisesälen gab es bewegliche Decken aus Elfenbein, durch die Blumen herabgeworfen und Parfüm versprengt werden konnte. Der wichtigste von ihnen war kreisrund und bewegte sich bei Tag und bei Nacht ständig, wie die Erde“, berichtet Sueton.

Virtuelle Zeitreise in die Pracht Neros

Von dieser Pracht ist heute nur noch wenig zu erkennen. Bereits in der Antike wurde das Gebäude teilweise abgetragen und überbaut. Ende des 15. Jahrhunderts wurden Teile der verschütteten Anlage wiederentdeckt und von Künstlern aufgesucht, um die Malereien und Stuckarbeiten zu kopieren. Die Kunst der Renaissance wurde davon stark beeinflusst. In der Neuzeit waren die Reste der Domus Aurea wegen Restaurationsarbeiten der Öffentlichkeit oft und lange nicht zugängig. Nun präsentieren sich die die unterirdischen Gemäuer am Hügel Oppio allerdings in ganz neuer Weise.

Besucher können sich im Rahmen einer virtuellen Tour rund 2000 Jahre zurückversetzten lassen: Durch spezielle Brillen und Höreindrücke wird der Goldene Palast erlebbar, wie er zu Zeiten Neros ausgesehen hat. Gezeigt werden dreidimensionale Rekonstruktionen, die auf archäologischen Daten basieren. Projektionen auf Wände runden den Eindruck weiter ab und lassen den Betrachter in die Pracht der Antike eintauchen. Die Veranstalter versprechen eine „Zeitreise“.

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Dieses Video vermittelt einen Eindruck der Präsentation.

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