Der „Kreisauer Kreis“: Widerstand gegen den Nationalsozialismus - wissenschaft.de
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Geschichte+Archäologie

Der „Kreisauer Kreis“: Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Gründungsmitglieder des "Kreisauer Kreises" Helmuth James und Freya von Moltke, in Kreisau, 1935. (Foto: Stiftung Kreisau)

Neuordnung im Widerstand gegen den Nationalsozialismus“: Eine Ausstellung im Haus Schlesien in Königswinter widmet sich vom 31. August 2014 bis zum 8. März 2015 der Widerstandsgruppe „Kreisauer Kreis“. Gegründet von Helmuth James Graf von Moltke (1907-1945), seiner Frau Freya (1911-2010) und Peter Graf Yorck von Wartenburg (1904-1944), wirkte die Gruppe zwischen 1940 und 1945 in Kreisau (dem heutigen Krzyzowa in Polen). Ihre Mitglieder entwarfen Pläne für eine politische, wirtschaftliche und soziale Neuordnung Deutschlands nach dem Ende des Nationalsozialismus. Dem geht die Schau im Haus Schlesien nach, die auf der Wanderausstellung der deutsch-polnischen Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung (Fundacja Krzyzowa dla Porozumienia Europejskiego) basiert.

Der „Kreisauer Kreis“ umfasste Menschen aus unterschiedlichen politischen und sozialen Richtungen; ihm gehörten Juristen, Theologen beider Konfessionen, Aristokraten sowie Sozialdemokraten und Gewerkschaftler an. Diese vertraten durchaus unterschiedliche Standpunkte, waren jedoch verbunden in ihrem Streben nach gesellschaftlicher und politischer Veränderung. Auf drei größeren Sitzungen des „Kreisauer Kreises“ zwischen 1942 und 1943, wurden die wichtigsten Ideen und Forderungen in den „Grundsätzen für die Neuordnung“ zusammengefasst. Der bewusst gewählte Begriff der Neuordnung macht deutlich, dass es den Kreisauern nicht um eine bloße Rückkehr zum Rechtsstaat der Weimarer Republik ging. Vielmehr sollte die obrigkeitsstaatliche Struktur durch einen systematischen Aufbau von unten her beseitigt werden, um den Nationalismus zu überwinden und Deutschland zu einem Teil eines föderativ gegliederten Europa zu machen.

Es war ein risikoreiches Unterfangen, das am Ende, als die Gestapo den Widerstand 1944 aufdeckte, viele der Beteiligten mit ihrem Leben bezahlten. Aber es war auch eine intellektuelle und menschliche Leistung, denn gemeinsam schufen die Mitglieder in Kreisau eine „Insel des freien Denkens“, so Freya von Moltke. Die jüngste Geschichte zeigt, wie diese Grundidee fortlebt: Das Gut Kreisau gehört seit 1990 der Stiftung Kreisau, deren Ziel die Errichtung und Erhaltung einer internationalen Begegnungs- und Gedenkstätte ist.

Quelle: Haus Schlesien – Dokumentations- und Informationszentrum für schlesische Landeskunde
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