Der Zauber der Zitrusfrucht - wissenschaft.de
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Geschichte+Archäologie

Der Zauber der Zitrusfrucht

Zitronen, Pomeranzen und Orangen – die mythischen goldenen Äpfel und ihre Verheißungen von der Antike bis in die Gegenwart stehen im Mittelpunkt der neuen Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum. Meisterwerke aus bedeutenden europäischen Sammlungen geben Einblicke in die Bedeutung dieser Früchte in Mythos, Religion, Brauchtum, Medizin und Wissenschaft.

Die Ausstellung breitet mit über 200 Objekten ein umfassendes kulturgeschichtliches Panorama vom 13. Jahrhundert bis in die Gegenwart aus. Zu den künstlerischen Höhepunkten der Ausstellung zählen zahlreiche Leihgaben aus europäischen Sammlungen: ein frühes Madonnenbildnis des Renaissancemalers Giovanni Bellini, ein großformatiges Stillleben von Bartolomeo Bimbi, Gemälde von Paula Modersohn-Becker, Alexej von Jawlensky sowie zeitgenössische Arbeiten von Joseph Beuys und Erwin Wurm.

Prachtvolle Fayencen und Porzellane, kostbare Tafelaufsätze, der nach aufwendiger Restaurierung erstmals gezeigte „Meerwunder-Teppich“ von 1515 und zahlreiche seltene Bücher, Grafiken und Mappenwerke machen die Ausstellung zu einem kulturgeschichtlichen Kosmos, der den Besuchern viele ungewöhnliche Entdeckungen ermöglicht.

Besondere Akzente setzt die Präsentation in der Darstellung der Rolle der Zitrusfrucht in der Medizin und im Begräbnisbrauchtum. Die Zitrone ist als Genesungsgeschenk und Beerdigungsbeigabe bis heute fest verwurzelt – ein Sinnbild für Kraft und Stärke, aber auch für die Bitternis des Todes. Das Germanische Nationalmuseum stellt als kulturgeschichtliches Museum die Objekte in ihrem Kontext dar und vermittelt den Besuchern ein umfassendes Bild der Zitrusfrucht in Kunst und Kultur.

Die Ausstellung gliedert sich in neun Abteilungen: Hesperidenmythen, Religion, Bräuche, Krankheit und Tod, Porträts, Stillleben, Botanik, Orangerien, Zitrushandel und Tischkultur. Ausgangspunkt sind die „Nürnbergischen Hesperides“ von Johann Christoph Volkamer (1644-1720), ein mehrbändiges Werk über Zitrusfrüchte und eines der prachtvollsten barocken Pflanzenbücher. Die Publikation legte erstmals ein umfangreiches Zeugnis von der reichen Nürnberger Gartenkultur ab. Die Vorzeichnungen zu diesem Buch befinden sich im Germanischen Nationalmuseum und wurden nie zuvor ausgestellt.

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Das Museum hält für Kenner und Liebhaber der Zitrusfrucht noch eine besondere Überraschung bereit: Während der Ausstellungsdauer können die Besucher im Kleinen Klosterhof des Germanischen Nationalmuseums in einem Zitrushain wandeln und mittwochs bei schönem Wetter während der Blauen Stunde Cocktails rund um die Zitrusfrucht genießen. Das umfangreiche Begleitprogramm zur Ausstellung spannt sich von Führungen eines Professors für pharmazeutische Biologie der Universität Erlangen-Nürnberg bis zu Kochkursen im Museumscafé.

Quelle: Germanisches Nationalmuseum
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