Die Chinesische Mauer - wissenschaft.de
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Geschichte+Archäologie

Die Chinesische Mauer

Die Chinesische Mauer – ein Bollwerk gegen den Feind Die Große Mauer – Chinas berühmtestes Bauwerk – ist nicht nur die größte Schutzanlage der Erde, sie ist auch dafür berühmt, eines der größten Architektur-Projekte der Menschheitsgeschichte zu sein.

Über eine Länge von mehr als 6000 Kilometer windet sie sich im nördlichen China über Berkämme und durch Wüsten. Sie beginnt südwestlich von Kiutschüan in Kansu und zieht in nordöstlicher Richtung bis an den Golf von Liautung, wo sie bei Schanhaikuan endet. Teilweise ist sie doppelt angelegt, mancherorts sogar dreifach gestaffelt, z.B. vor Peking. Das Baumaterial besteht meist aus gestampfter Erde (Löß) und im Norden bei Peking aus Stein.

In der Ebene ist sie bis zu 16 Meter hoch. Ihre Dicke beträgt unten acht, oben fünf Meter. Insgesamt wurden 1,3 Milliarden Quadratmeter Steine und Erdwerk verbaut. In regelmäßigen Abständen sind zweistöckige Türme errichtet. Tagsüber wurden von hier aus mit Hilfe von Fahnen Nachrichten übermittelt. Bei Nacht bediente man sich des Feuers. Unter Kaiser Qin Shihuangdi (221-210 v.Chr.) wurden erstmals ältere Schutzwehren der nödlichen Staaten Ts´in, Tscao und Yen verbunden und zu einem vereinten Abwehrsystem gegen feindliche Invasionen aus dem Norden erweitert. Aus dieser Zeit stammt auch der ursprüngliche Name „Wanli-tschang-tscheng“, was bedeutet: „Mauer von 10.000-li“. Das entsprach damals einer Länge von 5000 Kilometern.

Diese Bilder wurden 1994 vom Spaceborne Imaging Radar-C/X-Band Synthetic Aperture Radar (SIR-C/X-SAR) an Bord des Space Shuttle Endeavour gemacht. Die 600 Jahre alte Mauer erscheint deutlich als orangenes Band. In der Vertgrößerung kann man erkennen, daß sich rechts davon eine dünnere durchgehende Linie befindet. Sie stellt das Überbleibsel einer älteren Version der Mauer dar, die während der Sui-Dynastie vor etwa 1500 Jahren erbaut wurde.

Die Chinesische Mauer hat jahrhundertelang China vor Einfällen der Nomaden aus dem Norden bewahrt. Erst Ende des 13. Jahrhunderts gelang es den Invasoren, nach China einzudringen und es zu erobern. Zwischen 1279 und 1368 herrschten 10 Mongolen-Kaiser (Yuan Dynastie). In Friedenszeiten war die Mauer meist dem Verfall preisgegeben. Seine heutige Form erhielt das Bauwerk nach dem Sturz der Mongolenherrschaft zur Zeit der Ming-Dynastie (1368-1644). Fast 200 Jahre dauerten die ausgiebigen Renovierungsarbeiten an. Dabei wurden die Stein- und Granitarbeiten wesentlich erweitert und teilweise sogar kunstvolle Muster angebracht. Während der Qing-Dynastie (1644 -1911) verlor man das Interesse an dem Schutzwall. Jedoch die Bauern der Umgebung entdeckten für sich das gute Baumaterial. So wurden Teile der Mauer abgetragen die später meist wieder mühsam restauriert wurden.

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Susanne Roth
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