Maschenmuseum Albstadt Die Farbe Blau - wissenschaft.de
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Maschenmuseum Albstadt

Die Farbe Blau

Schneeweißes Porzellan mit blauen Dekorationen, das ist eine fast symbiotische Verbindung. Die Ausstellung „Die Farbe Blau – Variationen einer Porzellan-Tradition“ im Museum im Schloss Fürstenberg spannt noch bis zum 7. März 2010 einen Bogen von den keramischen Ursprüngen bis in die Jetztzeit. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Porzellanikon Selb und dem Deutschen Porzellanmuseum Hohenberg.

Mit Entdeckung des Kobalt als idealem Dekorationsmittel im China des 14. Jahrhunderts ist das Blau untrennbar mit dem Porzellan verbunden und begeisterte auch die europäischen Porzellanliebhaber. In Europa waren bereits im 16. Jahrhundert jene weißen, glänzenden und oft blaubemalten Stücke aus dem fernen China bewunderte Objekte in den fürstlicher Kunstkammern: Im 17. und frühen 18. Jahrhundert gelangten ganze Schiffsladungen nach Europa. Nachdem man hier das Hartporzellan nacherfunden hatte, gelang es in den 1720er Jahren auch in Europa, kobaltblaue Dekore zu gestalten.

In der Ausstellung werden nicht nur sehr bekannte Dekore des 18. Jahrhunderts in kobaltblauer Unterglasurmalerei wie „Zwiebelmuster,“ „Strohblume“ oder „Indischblau“ präsentiert, sondern auch andere gemalte Varianten, beispielsweise das nach chinesischen Vorbildern gestaltete „Fels-und-Vogel-Motiv“ (Bild) oder die „Blaue Deutsche Blume“ finden Beachtung. Das Kobaltblau als Fondfarbe, mit Goldornamenten verziert, findet ebenfalls Platz. Waren es in der Zeit des Jugendstils die meist mit Schablone gemalten unterglasurblauen Muster, so dominierten in den 1920er und 1930er Jahren gedruckte blaue Dekore in Aufglasur wie das so populäre und legendäre Chinablau. Und auch heute wird besonders in Fürstenberg mit neuen Techniken experimentiert, die das Kobaltblau in neuen, faszinierenden und ästhetisch ansprechenden Gestaltungen mit dem „weißen Gold“ verbinden.

Der Vorzug der Kobaltfarbe ist, dass sie unter der schützenden Glasur ihre leuchtend blaue Ausstrahlung selbst bei alltäglichem Gebrauch behält. Da diese Porzellandekore auch spülmaschinenfest sind, stoßen sie bis heute auf anhaltendes Interesse. – In der Besucherwerkstatt wird während der Ausstellung die Unterglasurmalerei vorgeführt.

Quelle: Thomas Krueger
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