Anzeige
Anzeige
1 Monat GRATIS testen, danach für nur 9,90€/Monat!

Geschichte|Archäologie

Die Geschichte des römischen Denars

Eine langlebige Leitwährung der Antike: der römische Denar. (Münzkurier)

Das Volk der Lyder entwickelte im sechsten Jahrhundert v. Chr. die Vorläufer der modernen Münzkultur. Bedeutende Währung der Antike wurde der römische Denar.

Die Menschheitsgeschichte ist nicht nur eine Chronik voller Kriege und Auseinandersetzungen, sondern viel mehr noch eine Geschichte des globalen Fortschritts und der grenzübergreifenden Zusammenarbeit. Möglich machte diesen Aufschwung erst die Entwicklung des Geldes, das den Übergang von der Naturaltauschwirtschaft zum modernen Wirtschaftssystem markiert. Historische Münzen sind nicht zuletzt deshalb mehr als nur patinabedeckte Relikte aus längst vergangenen Zeiten, sondern berichten vom kulturellen und wirtschaftlichen Aufstieg und Fall ganzer Zivilisationen.

Die Ursprünge des Münzgeldes

Nachdem die Menschen der Antike zunächst nicht eindeutig genormte Brocken der Gold-Silber-Legierung Elektron sowie metallene Kunstgegenstände als Zahlungsmittel verwendet hatten, tauchten im sechsten Jahrhundert v. Chr. die ersten geschlagenen Gold- und Silbermünzen auf. Das im antiken Kleinasien beheimatete Volk der Lyder unter ihrem damaligen König Krösus gilt als Urheber der modernen Münzkultur. Mit der Eroberung des Reichs der Lydier durch die Perser verbreitete sich das Wissen um die Münzherstellung im Verlauf des späten 6. Jahrhunderts im gesamten persischen Reich und gelangte über die Handelswege auch ins antike Griechenland. Von der Insel Ägina aus breitete sich die Münzkultur rasch aus und löste zu Beginn des anbrechenden 4. Jahrhunderts v. Chr. den Tauschhandel ab. Die Einführung eines einheitlichen Münzsystems sollte jedoch noch bis zum Aufstieg des römischen Imperiums auf sich warten lassen.

Auch wenn die Römer zunächst genormte Bronzegussbarren mit aufgeprägten Tier- und Göttermotiven als Zahlungsmittel einsetzen, lernte die im Aufstieg befindliche Regionalmacht im dritten Jahrhundert vor Christus schnell, die Vorzüge des Münzgeldes zu schätzen. Die erste römische Silbermünze, der Quadrigatus, lehnte sich an die Drachmen der Griechen an. Mit der Einführung des Silberdenar um 211 v. Chr. etablierte sich erstmals eine in großen Stückzahlen verfügbare Kurantmünze, die den Handel revolutionierte.

Insbesondere durch den zweiten Punischen Krieg häufte die römische Republik eine nicht unerhebliche Staatsverschuldung an. Die pragmatische Lösung der römischen Machthaber, den Denar über Jahrzehnte hinweg zu entwerten, erinnert an die geldpolitischen Instrumente der Europäischen Zentralbank, die aktuell via Inflation versucht, die Last der Staatsschulden zu senken.

Anzeige

Höhen und Tiefen der antiken Gemeinschaftswährung

Auch die alten Römer hatten mit ähnlichen real- und geldpolitischen Problemen zu kämpfen. Mit der Expansion des Römischen Reichs über den gesamten Mittelmeerraum erlangte das römische Münzsystem und damit auch der Denar in zunehmend den Stellenwert einer Gemeinschaftswährung, unter deren Dach zahlreiche regionale Wirtschaftssysteme mit sehr unterschiedlicher Wirtschaftskraft zusammenfanden (vgl. DAMALS 10/2014). In Kombination mit den ausufernden Kriegs- und Verwaltungsausgaben führten diese Differenzen in den folgenden Jahrhunderten zu einer starken Inflationierung der römischen Währung und insbesondere des Denars. In der Folge sank der Feingehalt des Denars zunehmend. Die aufgeprägten Nominale (die Münzeinheit bzw. der Nennwert) gewannen dagegen bis weit in das zweite Jahrhundert n. Chr. hinein immer mehr an Bedeutung.

Mit dem beginnenden Niedergang des Imperiums wendete sich das Blatt für den Denar: Dieser stellte bis Mitte des dritten Jahrhunderts nicht mehr viel mehr dar als eine minimal versilberte Kupfermünze. Das zu dieser Zeit ausgegebene Kupfergeld bezog seinen Wert also keineswegs mehr aus dem inneren Materialwert der Münzen, sondern aus dem Vertrauen, das die römischen Bürger dem mittlerweile als Antoninian bekannten Denar entgegenbrachten – ähnlich wie es bei modernen Scheidemünzen ist. Schon damals zeigte sich, dass mit einem realen Gegenwert verbundene Sachwerte, wie sie Gold- und Silbermünzen darstellen, für viele Menschen von Bedeutung sind. Letztendlich destabilisierte die erhebliche Staatsverschuldung das Imperium Romanum, und das Vertrauen in den Wert des ausgegebenen wertlosen Münzgeldes schwand parallel dazu rapide.

Quelle: Münzkurier
Anzeige

DAMALS | Aktuelles Heft

Bildband DAMALS Galerie

Der Podcast zur Geschichte.

Geschichten von Alexander dem Großen bis ins 21. Jahrhundert. 2x im Monat reden zwei Historiker über ein Thema aus der Geschichte. In Kooperation mit DAMALS – Das Magazin für Geschichte.

Hören Sie hier die aktuelle Episode:

Anzeige

Aktueller Buchtipp

Wissenschaftslexikon

Zank|ap|fel  〈m. 5u; fig.〉 Gegenstand, Ursache eines Streites ● der Ball ist ein ewiger, ständiger ~ zwischen den beiden Kindern [aus der grch. Mythologie; Eris, die Göttin der Zwietracht, rollte einen goldenen Apfel mit der Aufschrift ”der Schönsten“ zwischen die Göttinnen Hera, Athene u. Aphrodite, die darüber in Streit gerieten; Paris, der trojanische Königssohn, entschied ihn, indem er den Apfel Aphrodite überreichte]

♦ Elek|tri|zi|täts|an|zei|ger  〈m. 3〉 = Elektroskop

♦ Die Buchstabenfolge elek|tr… kann in Fremdwörtern auch elekt|r… getrennt werden.

…man  〈Nachsilbe; zur Bildung von Adj.; Psych.〉 eine Manie, eine krankhafte psych. Veränderung betreffend, z. B. egoman, kleptoman [→ Manie … mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]