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Geschichte+Archäologie

DIE REVANCHE DER RÖMER

Ein sensationeller Fund in Niedersachsen beweist: Noch 200 Jahre nach der verlorenen Varusschlacht kämpften die Römer tief in germanischem Gebiet.

Im Kopfhörer piept es. Michael Brangs legt sein Metallsuchgerät zur Seite. Mit einer kleinen Handschaufel beginnt er zu graben. Immer wieder prüft er den Aushub mit der Metallsonde. Nach einigen Minuten kommt ein kleiner rostiger Nagel zum Vorschein, kaum vom Erdreich zu unterscheiden. Er verpackt das Nägelchen sorgsam in einem kleinen Folienbeutel, gibt ihm eine Nummer und misst die Fundstelle mit einem GPS-Gerät ein. Dann sucht er weiter. Vier Stunden später liefert der gelernte Maschinenbautechniker seine Ausbeute der Archäologin Petra Lönne ab: zwei rostige Nägelchen. Der Sondengänger ist im Wald auf Schatzsuche – im Auftrag der Wissenschaft.

Bereits zwei Jahre zuvor, im Sommer 2008, hatten zwei andere Sondengänger der Kreisarchäologin im niedersächsischen Northeim ihre Funde überreicht. Sie waren auf eigene Faust unterwegs gewesen. Das sehen Archäologen an sich nicht gerne, denn oft reißen Sondengänger einzelne Metallfunde aus ihrem historischen Zusammenhang und nehmen ihnen damit die Aussagekraft. Aber ohne die Schatzsucher wäre es vielleicht nie zu einem bedeutenden Fund gekommen. Die Hobbyarchäologen hatten schon im Jahr 2000 auf dem Bergrücken nahe der Gemeinde Kalefeld ein paar Eisenstücke aus der Erde geholt: Spitzen von Geschossen, eine Schaufel, ein rätselhaftes Metallobjekt. Weil sie die Funde nicht einordnen konnten, hatten sie Fotos davon in ein Internet-Forum gestellt. Dort bekamen sie den Tipp, dass es sich um römische Fundstücke handeln könnte. Und so wandten sich die Schatzsucher 2008 an die Kreisarchäologin. Ein Glücksfall: Lönne erkannte sofort, dass das seltsame Stück der Rest einer Hipposandale ist, einer Art römischem Pferdeschuh. Weil aber so weit nordöstlich vom Rhein selten römische Funde auftauchen, war sie skeptisch, ob die Eisenteile tatsächlich aus der Gegend stammten.

in Geheimer Mission

Ein Ausflug wurde geplant: Gleich am nächsten Wochenende zog Petra Lönne mit den beiden Findern und dem Archäologen des Nachbarkreises los. Die vier wollten noch einmal mit Sonden das Gebiet am Harzhorn erkunden. Schon nach wenigen Minuten schlugen die Metalldetektoren an. Ans Licht kamen an diesem Tag ein Axtbruchstück, mehrere Katapultbolzen und Fragmente einer weiteren Hipposandale. Am Ende war klar: Hier, am Rand des Harzes, ruht ein archäologischer Schatz in der Erde. Die sensationelle Entdeckung wurde zum Schutz vor Raubgräbern geheim gehalten. Petra Lönne informierte nur ihre Kollegen in der niedersächsischen Denkmalpflege, den Bezirksarchäologen Michael Geschwinde und den Landesarchäologen Hennig Haßmann. Gemeinsam mit einer Gruppe von mehr als zehn Sondengängern zogen sie abermals los, um das Gebiet zu untersuchen. Seit den Wochenenden im Sommer 2008 ist das Gebiet am Harzhorn Meter für Meter durchkämmt worden. Das Harzhorn, ein Bergrücken in ost-westlicher Ausrichtung, liegt wie ein Riegel im Gelände. Auf der Nordseite steigt er steil an. Nur an einer Stelle kommt man problemlos auf die andere Seite. Durch diesen Pass verlaufen heute die A7 und die Bundesstraße 248. Oberhalb des Passes haben die Sondengänger auf einer Fläche von 5 Kilometern Länge und 500 Metern Breite 1600 Fundstücke römischer Herkunft aus dem Boden geholt. Über 1000 weitere Funde wurden unter der Leitung von Michael Meyer vom Institut für prähistorische Archäologie der FU Berlin im Sommer 2009 in zwei Grabungskampagnen geborgen.

PFEIL-, sPEER- UND lANZENSPITZEN

Ein interdisziplinäres Team erforscht nun die Spuren einer Schlacht, die vor fast 1800 Jahren auf dem Rücken des Harzhorns getobt hat – Hunderte Kilometer entfernt von der römischen Reichsgrenze. Katapultgeschosse, Pfeil-, Speer- und Lanzenspitzen, Fragmente eines Kettenhemds, Reste eines Wagens, Hipposandalen, Schaufel, Axt und Zeltheringe zum Lagerbau, Pferdeknochen, Münzen und Hunderte Schuhnägel zeugen davon, dass hier römische Soldaten mit ihrem Tross vorbeigezogen sind und gekämpft haben. Auch der Gegner hat Spuren hinterlassen, wenn auch nicht so deutliche wie die Römer: etwa eine aufwendig verzierte Lanzenspitze germanischer Herkunft. „Die Gegner sind schwieriger zu fassen, denn sie waren schlechter ausgerüstet und trugen viel weniger Metall am Körper“, erklärt Günther Moosbauer, Spezialist für die Archäologie der römischen Provinzen an der Universität Osnabrück.

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Erste Anhaltspunkte für den Zeitpunkt der Schlacht lieferte das Fragment eines verzierten Messerfutterals, das in dieser Form frühestens in der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts auftaucht. Inzwischen ist die Datierung ziemlich sicher: Die jüngste Münze, die gefunden wurde, stammt vom Kaiser Severus Alexander, der bis 235 n.Chr. regierte. Bei der Grabung im Sommer 2009 wurde auch ein Pferdeskelett gefunden – die kürzlich erfolgte C-14-Analyse des organischen Materials bestätigte den Zeitraum: zweites Viertel des 3. Jahrhunderts. „Wir waren alle erleichtert, dass das Schlachtfeld nichts mit der Varusschlacht zu tun hat. Dadurch ist der Hype um ihr Jubiläum 2009 an uns vorübergegangen“, freut sich Petra Lönne. Eine Sensation ist der Kampfplatz allemal – denn er liefert den ersten archäologischen Beweis, dass sich die Römer auch 200 Jahre nach der Varusniederlage, die bislang als Schlusspunkt römischer Invasionsversuche galt, weit in germanisches Gebiet vorgewagt haben.

DEtektoren statt Pinsel

Der Fundort ist auch geologisch ein Glücksfall: Der bewaldete Bergrücken besteht aus Kalkstein, der mit einer dünnen, teilweise nur 30 Zentimeter dicken Humusschicht bedeckt ist. In diesem basischen Milieu blieben die Eisenteile gut erhalten. Die Schwierigkeit ist nur, sie alle zu finden: „Klassische Grabungsmethoden sind hier erst einmal nutzlos. Wir können ja schlecht mehrere Quadratkilometer mit Schaufel und Pinsel freilegen“, erklärt Geschwinde. Dafür braucht man Metalldetektoren – ohne die die neue Disziplin der Schlachtfeld-Archäologie gar nicht denkbar wäre. Sie kommt, wie vieles in der Archäologie, aus dem angelsächsischen Raum und heißt dort „battlefield archaeology“. „Ein wesentlicher Teil unserer Arbeit besteht darin, das Ausmaß eines Schlachtfelds zu erkennen, und herauszufinden, wo sich Relikte vom Kampfgeschehen erhalten konnten, wo sie zerstört sind und was der Grund dafür ist“, erklärt Meyer.

Dank der jungen Disziplin bessert sich langsam der Ruf von Sondengängern. „Wenn wir mit unseren Sonden im Wald herumlaufen, denken manche Spaziergänger, wir seien Raubgräber. Sie wissen nicht, dass die Archäologie sich dieser Methode bedient“, bedauert Thorsten Schwarz. Er ist seit zwei Jahren mit Michael Brangs für das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege unterwegs. Zuvor war er Grabungstechni-ker bei klassischen Grabungen. Bei Brangs ist es umgekehrt: Er war erst Sondengänger auf eigene Faust, bevor er sein Hobby zum Beruf machte und nun vom archäologischen Landesamt für die Arbeit mit der Sonde bezahlt wird. Mit Metallsucher und Satellitenmessgerät sind die beiden das ganze Jahr unterwegs. Sie mögen schlechtes Wetter, denn bei hoher Luftfeuchtigkeit arbeiten die Detektoren am besten. Die Sonde piepst dann häufig, wenn die Ursache auch meist nur Metallmüll aus Jahrhunderten menschlicher Zivilisation ist.

VIER GESCHOSSE PRO MINUTE

Da, wo sich die Funde der Sondengänger gehäuft hatten, wurden im Frühjahr und Sommer 2009 die ersten Grabungsschnitte gemacht. Dabei fanden die Archäologen in einer Grube die Reste des Pferdeskeletts, das für die Metalldetektoren unsichtbar gewesen war. An einer Stelle im Hang steckten auf wenigen Quadratmetern etwa 40 Katapultgeschosse in der Erde. Die Lage und Ausrichtung der Projektile erlauben den Forschern die Rekonstruktion der Schussrichtung. Die Bolzen gehören zu fahrbaren Katapultgeschützen, die die Römer auf ihren Feldzügen mitnahmen. Etwa vier Geschosse konnten sie damit pro Minute abfeuern. Die Römer hatten den Hang mehrere Minuten unter Beschuss genommen, glaubt Geschwinde. Vom Kampf zeugen auch mehr als 80 dreiflügelige Pfeilspitzen. Ihre Form ist typisch für orientalische Kampfverbände. „Das ist ein Indiz, dass Bogenschützen aus dem Orient bei dem Feldzug mit dabei waren“, meint Moosbauer. Sie gehörten wohl zu den Hilfstruppen, die von den Römern aus allen Ecken des Reichs rekrutiert wurden.

Eine mehrere Kilogramm schwere Schaufel, kombiniert mit einer Hacke, nutzten die Soldaten wohl, um abends ihr Lager aufzubauen. Die Axt brauchten die römischen Soldaten, um sich den Weg durch schwer zugängliches Gelände zu bahnen. Obwohl die meisten Funde römischer Herkunft sind, könnten sie auch von den Germanen benutzt worden sein. Denn die kämpften oft mit römischen Waffen, die sie erbeutet oder aus dem Dienst in der römischen Armee mitgenommen hatten.

So unscheinbar wie vielsagend sind Hunderte von Schuhnägeln. 70 bis 90 der etwa einen Zentimeter langen Eisennägel steckten in jedem römischen Soldatenschuh und schützten ihn vor schneller Abnutzung. Auf dem Bergrücken des Harzhorns gibt es zwei Stellen, an denen sich die Nagelfunde häufen: Ein mehrere Meter großes Gebiet war regelrecht von Nägeln übersät. Außerdem gibt es eine Nagelspur, die sich in ost-westlicher Richtung dicht am Nordhang entlang zieht. Hier kann man noch heute den Schritten der Römer folgen.

ZEHNTAUSENDE KÄMPFER

Doch an einigen Stellen ist die Spur unterbrochen: Es tauchen überhaupt keine Funde auf. Mit einer neuen Methode versuchten die Wissenschaftler herauszufinden, was hier einst geschah. Mit dem „ Airborne-Scanning“ tasteten sie das Gebiet per Laser aus der Luft ab und rechneten anschließend die Vegetation am Computer heraus. So entstand ein 3D-Bild, in dem sich noch feinste Strukturen in der geschichtsträchtigen Landschaft zeigen.

Die Archäologen erkannten auf diese Weise, dass sich auf einem Teil des Gebiets früher Wölbäcker befanden – schmale, langgezogene Äcker –, die es im Mittelalter häufig gab. Die Landwirtschaft hat hier alle Spuren verwischt. Doch es gibt genügend Relikte, die ein Bild der damaligen Ereignisse zeichnen: Ein römischer Trupp war offenbar unterwegs im Feindesland, mindestens drei Einheiten drangen durch den germanischen Wald: Legionstruppen mit Katapultgeschossen und zwei Hilfstruppen von Bogenschützen und Lanzenreitern. „Den archäologisch nachgewiesenen Einheiten zufolge waren das mindestens 1500 Mann“, meint Günther Moosbauer, „aber das ist mir viel zu tief gegriffen. Es können locker zwischen 10 000 und 30 000 Mann gewesen sein. Mitten im Feindesland wird man mit einer kleinen Truppe nicht so weit vorgerückt sein. Denn germanische Stammesverbände können durchaus etliche Zehntausend Mann umfasst haben. Und wenn das ein Feldzug gegen mehrere Stammesverbände war, dann muss der in entsprechender Mannschaftsstärke geführt worden sein.“

Die germanische Gesellschaft befand sich Anfang des dritten Jahrhunderts im Umbruch. Während die Germanen zuvor in kleinen Gruppen ohne starke Hierarchien zusammenlebten, wurden jetzt größere Gebiete von einem Anführer beherrscht. Diese zentrale Struktur machte die Germanen im Kampf schlagkräftiger und erfolgreicher. 233 n.Chr. überfielen und verwüsteten germanische Krieger das Gebiet um Mainz. Die Stadt hieß damals Mogontiacum und gehörte zum Römischen Reich. Kaiser Severus Alexander, der zuvor die Grenzen im Osten des Reichs am Euphrat verteidigt hatte, zog seine Truppen nun in Mainz zusammen. Aber er zögerte, denn er wollte die Barbaren lieber mit Geschenken als durch Schlachtgemetzel ruhig stellen. Seine Soldaten, die nur im Kampf Beute machen konnten, dachten da anders: Sie ermordeten Severus Alexander und seine Mutter kurzerhand in den Zelten.

VERgeltungszug ins Barbaricum

Anschließend besetzte der Soldat Maximinus Thrax den Thron. Mit dem jungen Mann aus Thrakien begann 235 n.Chr. die unruhige Zeit des Soldatenkaisertums. Maximinus, der ein Hüne von Gestalt und unglaublich stark gewesen sein soll, zog mit seinen Truppen auf Vergeltungszug ins „Barbaricum“. Zwei Quellen erzählen davon: ein Bericht des römischen Autors Herodian und die Historia Augusta, eine spätantike Sammlung von Biografien römischer Kaiser. Dort steht geschrieben, dass Maximinus Thrax eine Schlacht im Moor siegreich geschlagen habe – 300 bis 400 Meilen tief in germanischem Gebiet.

Bisher dachten die Wissenschaftler, dass diese Entfernung übertrieben sei, da archäologische Belege fehlten. Doch die Entdeckung am Harzhorn stützt die Aussage der Quellen. Inzwischen sind die Forscher überzeugt, dass das Schlachtfeld mit dem Feldzug des Maximinus Thrax 235 n.Chr. in Verbindung steht. Da die römischen Soldaten aus dem Norden Richtung Mainz unterwegs waren, könnte der Kampf auf dem Rückzug stattgefunden haben: Die Soldaten waren mit Beute beladen, sicher hatten sie bei ihrem Feldzug auch Sklaven genommen. Der langgestreckte Bergzug mit der steil aufragenden Nordseite versperrte ihnen den Weg. Es gab nur die eine Stelle, an der sie den Bergrücken problemlos überqueren konnten. Aber dort warteten bereits die Germanen: Mit Katapultgeschützen beschossen die römischen Kämpfer die germanische Stellung. „Gut möglich, dass sich der Kern der germanischen Verbände dort befand, wo ein Großteil der Katapultspitzen lag“, meint Meyer. „Womöglich stand hier auch der germanische Anführer, der eliminiert werden sollte.“ Gleichzeitig drangen römische Soldaten auf einem steilen Weg an der Nordseite herauf, um die Germanen aus ihren Stellungen zu vertreiben. Ein Teil von ihnen kämpfte mit Pfeil und Bogen. Dort, wo sich die Schuhnägel im Boden häuften, könnten sich die Römer gesammelt haben, um die Germanen niederzumachen. „Die große Zahl der Nägel spricht dafür, dass hier intensivere Militärbewegungen stattgefunden haben“, umschreibt Meyer das Gemetzel. Nach dem Kampf zogen die Römer über den Bergrücken in südwestlicher Richtung ab – dorthin führt die mehrere Kilometer lange Nagelspur.

SIEG im FEINDESLAND

Aber sicher ist das alles nicht – denn da, wo vermutlich ein weiterer wichtiger Kampfplatz war, haben Straßen und Häuser die Spuren unter sich begraben. Möglicherweise hatte auch ein großer Verband germanischer Krieger die Römer schon in der Ebene aufgehalten. „Wenn wir am Fuß des Harzhorns etwas finden würden, wäre das sensationell“, sagt Moosbauer. Sicher ist: Die Römer haben das Gefecht auf dem Berg gewonnen. Sonst hätten die Germanen das Schlachtfeld geplündert und den Toten die Ausrüstung vom Leib gerissen – wie auf dem Schlachtfeld von Kalkriese. Wo so etwas passiert ist, finden die Wissenschaftler Ausrüstungsreste in großen Mengen. Am Harzhorn: Fehlanzeige. Diesen Sommer wollen die Archäologen die mittelalterlichen Wölbäcker genauer untersuchen. Auch ein Teil des „Nagelwegs“ soll ausgegraben werden. Außerdem planen die Wissenschaftler, das umliegende Gelände mit Metalldetektoren abzuhorchen: Sie hoffen darauf, am Fuß des Bergriegels noch weitere Kampfspuren oder ein Feldlager der Römer aufzuspüren. ■

ULRIKE BIEHOUNEK, Archä- ologin und Wissenschaftsjournalistin in Leipzig, bedauert, noch nie einen Schatz gefunden zu haben.

von Ulrike Biehounek

Die SchlAcht am Harzhorn

Die römischen Truppen waren Hunderte Kilometer weit in Germanien eingedrungen. Auf dem Rückweg nach Mainz kam es am Harzhorn zum blutigen Zusammenstoß: Die Germanen verstellten den Feinden den Weg, die mehrfach versuchten, die Front zu durchbrechen.

KOMPAKT

· Am Harzhorn kamen 2600 Fundstücke einer römisch-germanischen Schlacht ans Licht.

· Vermutlich waren Zehntausende Römer und Germanen in den Kampf verwickelt.

· In der Schlachtfeld-Archäologie werden Metalldetektoren eingesetzt, um die Reste von Waffen im Boden aufzuspüren.

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LESEN

Graham Sumner DIE RÖMISCHE ARMEE Motorbuch Verlag, Stuttgart 2007, € 24,90

Marcus Junkelmann PANIS MILITARIS Die Ernährung des römischen Soldaten oder der Grundstoff der Macht Philipp von Zabern, Mainz 2006, € 34,80

Zur rechtlichen Lage von Hobby- Archäologen in Deutschland: Ralf Fischer zu Cramburg Das Schatzregal Der obrigkeitliche Anspruch auf das Eigentum an Schatzfunden in den deutschen Rechten Numismatischer Verlag Gerd Martin Forneck, Höhr-Grenzhausen 2001 (vergriffen, antiquarisch für ca. € 25,–)

FERNSEHEN

Römerschlacht am Harzhorn Dienstag, 31.08.2010, 22.30 Uhr im NDR

INTERNET

Das Forschungsprojekt am Harzhorn: www.archaeologieportal.niedersachsen.de/harzhorn/index.html

GUT ZU WISSEN: DAS RÖMISCHE HEER

Die römische Armee der Kaiserzeit war eine Berufsarmee. Augustus (27 v.Chr. bis 14 n.Chr.) hatte ein stehendes Heer entlang der Grenzen stationiert. Er reduzierte die Zahl der Legionen zwar aus Kostengründen von 60 auf 28. Sie waren aber dennoch das Rückgrat der kaiserlichen Armee. Die bestens ausgerüsteten und ausgebildeten Fußtruppen bestanden ausschließlich aus freien römischen Bürgern.

Eine Legion zählte bis zu 6000 Mann, darunter 1000 Diener, meist Sklaven. Seit Augustus gehörten auch die Auxiliartruppen zu den regulären Verbänden – Hilfstruppen, die aus verbündeten Völkern rekrutiert wurden. Die Legionäre bekamen erst nach 25 Dienstjahren das römische Bürgerrecht. Sie wurden wegen ihrer speziellen Fähigkeiten eingesetzt – als Reiter, Bogenschützen oder Steinschleuderer – und waren für die Bewachung der Provinzen zuständig. Zu seinem Schutz trug ein Legionär Helm, Panzer, Kettenhemd und Schild, die Standardwaffen waren Schwert, Speer und Dolch.

25 bis 30 Prozent ihres Soldes mussten die Soldaten für die Ernährung aufbringen. Die Grundverpflegung während eines Feldzugs bestand aus Weizen, Speck, Käse und Essigwasser. Im Krieg mussten die Männer 17 Tagesrationen mit sich führen. Eine Tagesration bestand aus ungefähr einem Kilo Weizen. Das Getreide wurde in mitgenommenen Steinmühlen gemahlen und über dem Feuer zu Fladen gebacken. Den Großteil der Last trugen wahrscheinlich Maultiere. In einer Legion mit circa 6000 Mann zogen ungefähr 1400 Lasttiere mit. Weit überdurchschnittliche Bezahlung, Steuerfreiheit und enorme Aufstiegschancen machten das Militär im Römischen Reich zu einem privilegierten Berufsstand.

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