Robert Guiscard Die Sprache des Geldes - wissenschaft.de
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Robert Guiscard

Die Sprache des Geldes

Geld spielt für die gesellschaftliche Kommunikation eine wichtige Rolle. Wir reden nicht nur über finanzielle Angelegenheiten, sondern kommunizieren auch mittels Geld. Wie sehr unser Leben vom Geld bestimmt wird zeigt der Ausstellungsrundgang durch eine modellhafte Stadt. Über Geld spricht man nicht – oder doch?

„Geld regiert die Welt“ oder „Zeit ist Geld“ – wir alle kennen die Redewendungen, die sich mit unserem Zahlungsmittel beschäftigen. Aber was ist Geld eigentlich? Wie beeinflusst es unser Denken und Handeln? Und: Macht Geld wirklich nicht glücklich? Unter der Schirmherrschaft des Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Herrn Jean-Claude Trichet, beleuchtet die Ausstellung „Die Sprache des Geldes“ die unterschiedlichen Aspekte des Geldes und dessen fast dreitausendjährige Geschichte – von den Vorformen des Geldes bis zum elektronischen Geldtransfer, vom Kerbholz bis zum Schuldschein.

Auf ihrem Rundgang durch eine modellhafte Stadt können Ausstellungsbesucherinnen und -besucher die kryptischen Zahlen auf dem Börsenticker entschlüsseln, den ältesten erhaltenen Geldschein aus China bewundern oder sich im „Vergnügungsviertel“ mit der Frage beschäftigen, ob man für Geld wirklich alles kaufen kann. Sie lernen mehr über komplexe Wirtschaftszusammenhänge und erkennen, dass unsere Gesellschaft zunehmend über Geld hierarchisiert wird. In Zeiten von Finanzkrise sowie immer verführerischer Kreditangebote regt die Ausstellung dazu an, das eigene Verhältnis zum Geld kritisch zu hinterfragen.

Geld beeinflusst nahezu alle Bereiche unseres Zusammenlebens, und das meist stärker, als es uns selbst bewusst ist. Auch in der Kommunikation mit anderen Menschen spielt Geld eine wichtige Rolle: Wir reden nicht nur über finanzielle Angelegenheiten, sondern kommunizieren auch mittels Geld. Wie sehr unser Leben vom Geld bestimmt wird und wie das System Geld eigentlich funktioniert, zeigt ein Streifzug durch die Modellstadt.

Auf dem Marktplatz erfahren die Besucherinnen und Besucher zunächst, wie kompliziert der Handel ohne Geld war und warum die Menschen im 7. Jahrhundert v. Chr. auf die Idee kamen, den direkten Tausch mit Gütern durch die Verwendung kleiner Metallplättchen zu ersetzen.

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Anschließend können sie im Rathaus der Frage nachgehen, warum wir wertlose Papierlappen als Zahlungsmittel akzeptieren. So ist das Vertrauen in den Wert des Geldes eine wesentliche Voraussetzung für seine Verwendung. Nur wenn der Machthaber den Bürgern glaubhaft versichern kann, dass sie für das Geld tatsächlich Waren und Dienstleistungen kaufen können, werden diese es auch als Zahlungsmittel benutzen.

In der Münzwerkstatt kann man sich über die Herstellung des Geldes sowie die Geldfälschung informieren, die Bereiche Bank und Börse erläutern das Finanzsystem im engeren Sinne. Danach gelangt der Besucher in die Fabrik. Schließlich müssen die meisten Menschen ihr Geld durch Arbeit verdienen. Hier wird die Frage aufgeworfen, wie Leistung in Geld bemessen werden kann und warum manche Tätigkeiten bei gleicher Arbeitszeit besser bezahlt werden als andere.

Die sozialen Konsequenzen der unterschiedlichen Besitzverhältnisse werden im Einkaufszentrum beleuchtet. Ausgehend von der Feststellung, dass „Shopping“ heute als Freizeitbeschäftigung gilt und nicht mehr der Versorgung mit unmittelbar notwendigen Gütern dient, wird erörtert, wie Konsum gesellschaftsgliedernd wirken kann.

Auf einem Gang durch das Wohnhaus werden der persönliche Umgang mit Geld und die emotionale Bewertung unseres liebgewordenen Zahlungsmittels unter die Lupe genommen. Interessante Einblicke erhält der Besucher in der Kirche, wo neben dem religiösen Ideal vom Verzicht auf Eigentum auch die karitative Funktion von Kollekte, Spende und Kirchensteuer sowie Ablasshandel und Ämterverkauf als zweifelhafte Einnahmequellen thematisiert werden.

Im sich anschließenden Vergnügungsviertel werden die eher zweifelhaften Aspekte des Geldes behandelt, aber auch die für viele entscheidenden Fragen: Macht Geld glücklich? Und: Kann man für Geld alles kaufen? Schließlich findet man sich dort wieder, wohin der Traum vom schnellen Geld führen kann: im Gefängnis.

Quelle: Museum für Kommunikation Nürnberg
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