Die Stadt Zerbst ehrt Zarin Katharina die Große mit einem Denkmal - wissenschaft.de
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Geschichte+Archäologie

Die Stadt Zerbst ehrt Zarin Katharina die Große mit einem Denkmal

Die aufgestellte Bronzeskulptur, welche die russische Regentin als junge Frau mit Insignien der russischen Monarchie zeigt, ist das erste Denkmal für die russische Herrscherin in Deutschland. Für viele galt ein solcher Erinnerungsort als überfällig, da die russische Regentin mit deutschem Hintergrund eine ideale Repräsentantin für die deutsch-russische Verbundenheit darstellt. Bis heute genießt Katharina II., der noch zu Lebzeiten der Beiname „die Große“ verliehen worden ist, in Russland hohes Ansehen. Ihre Herrschaft von 1762 bis 1796 gilt als überaus wirkungsreich für das russische Zarenreich. In zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen hat sie nicht nur das russische Staatsgebiet um mehr als eine Million Quadratkilometer vergrößert, es war auch ihre bedeutende Leistung, das riesige Reich behördlich zu reorganisieren und damit seine Einheit zu wahren. Des Weiteren stand sie als Regentin den Gedanken der europäischen Aufklärung nah. Sie setzte sich beispielsweise für die Religionsfreiheit in ihrem Reich ein und entließ eine große Zahl an Bauern aus der Leibeigenschaft. In ihre Zeit fällt auch die Ansiedlung einer Vielzahl von deutschen Bauern am Flusslauf der Wolga. Die so genannten Wolgadeutschen lockte sie 1763 zur Förderung der Landwirtschaft mit Steuerfreiheit und freiem Verfügungsrecht in das russische Reich.

Die Initiative zur Aufstellung der Statue ging von dem Internationalen Förderverein „Katharina II.“ e.V. Zerbst aus. Der Verein strebte seit seiner Gründung 1992 die Einrichtung eines Denkmals für die Zarin an. Durch russische Unterstützung glückte dieses Vorhaben schließlich. Der Moskauer Geschäftsmann Viktor Baturin und der russische Historiker Edvard Radschinski wurden im Dezember 2008 auf den Verein aufmerksam und entschlossen sich mit einer Schenkung an die Stadt, die Errichtung des Denkmals zu ermöglichen. Gefertigt wurde die bronzene Statue von dem israelischen Bildhauer Frank Meisler, der auch das Denkmal zur Erinnerung an die Kindertransporte in der Berliner Friedrichstraße geschaffen hat.

Das intensive Verhältnis der Stadt zur russischen Regentin rührt nicht nur von ihrer Abstammung her. Sie blieb Zerbst auch im fernen Russland eng verbunden. So ließ Katharina beispielsweise den Zerbster Bürgern eine große Menge an Getreide zukommen, als die Stadt im Jahr 1772 unter einer schweren Hungersnot litt. Zudem wurden regelmäßig Vertreter der Stadt an den Petersburger Hof geladen.

Bereits seit 1995 unterhält der Zerbster Katharinaverein das einzige Museum in Deutschland zum Leben und Wirken Katharinas der Großen. Es beherbergt eine beachtliche Sammlung von Gemälden, Schmuck und Dokumenten der Zarin.

Quelle: Fabian Stetzler
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