Der Fall der Festung "Breslau" Die unklassische Moderne - wissenschaft.de
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Der Fall der Festung "Breslau"

Die unklassische Moderne

Knapp einen Monat nach der Neueinrichtung der Sammlungen Jugendstil und Art Déco bietet das Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt am Main vom 12. Januar an einen weiteren neuen Blickwinkel auf seine Bestände. Das Museum verfügt über eine herausragende Vielfalt Angewandter Kunst nach 1945, aus dem es nun ein neues Spektrum präsentiert. Neben Lieblingsstücken, die den Besuchern bereits in Sonderausstellungen der letzten Jahre begegnet sind, werden auch etliche noch nie oder lange nicht mehr zu sehende Werke gezeigt.

Neu ist auch die Ausstellungsinszenierung, in der die vormals festen Vitrinenblöcke durch ein lichtes Raumkonzept ersetzt wurden. Frei im Raum stehende gläserne Vitrinen und schlanke Metallstelen muten an wie ein Säulenwald, der in der inspirierenden Architektur Richard Meiers unnachahmliche Durchblicke und Aussichten auf die Natur und die Stadtlandschaft bietet. Je nach Tageszeit entfaltet die Inszenierung ihren ganz eigenen Reiz. Tagsüber sprechen das wechselnde Sonnenlicht und die jeweiligen Tagesstimmungen mit, während abends die künstlichen Lichtakzente alles zu einem wieder anderen Leben erwecken.

Das fein gesponnene Netz von Assoziationen und Bezügen inhaltlicher wie formaler Art, das schon die Jugendstil- und Art Déco-Ausstellung auszeichnet, wird hier konsequent fortgeführt und noch verdichtet. Auf dem Weg durch die Präsentation, ob chronologisch oder thematisch, diagonal oder im Kreis, kreuz oder quer – immer ergeben sich Verbindungen, Bezüge oder Streitgespräche über Werte und Maßstäbe. Schmuck und Gerät, Keramik und Glas aus Künstlerhand, akzentuiert durch Beispiele der Textil und Möbelkunst, Installationen und Performances, zeigen sich vielgesichtig und unklassisch. Lametta und Sterne, Eis und Schnee, Silhouetten und Figuren entwerfen eine Kosmologie des Lebens. Im lockeren Rund angeordnet umkreisen Stücke wie Peretti’s „Ursprung der Menschheit“, Pâte de Verre, Glasperlen, Bindfäden oder „Grandfather“ von Rayah Redlich aus der Reihe „Vessel Sections“ die Chronologie der Lebensalter, berühren aber stets auch andere Themen wie Liebe und Liebesleid, Krieg und Gewalt, Kindheit und ihre Krisen.

Die Unikate aus Gold und Silber, Sisal oder Seide, Porzellan, Bergkristall oder Autospachtelmasse, ob geschliffen, poliert, gezeichnet oder bepinselt, gestichelt oder gewickelt, laden zu einer ganz persönlichen Entdeckungsreisen ins das Land der Materialund Formensprachen ein.

Quelle: Museum für Angewandte Kunst Frankfurt am Main
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Ven|til  〈[vn–] n. 11〉 1 Absperr–, Regelvorrichtung für Flüssigkeiten u. Gase (Kugel~, Kegel~, Nadel~) 2 〈Mus.; bei Blechblasinstrumenten〉 Mechanismus, der die urspr. Stimmung verändert ... mehr

Som|mer|flie|der  〈m. 3; Bot.〉 Zierstrauch mit violetten Blütenrispen, die gern von Schmetterlingen aufgesucht werden: Buddleia variabilis

L  1 〈röm. Zahlzeichen für〉 50 2 〈Phys.; Zeichen für engl.〉 Induktivität ... mehr

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