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Geschichte+Archäologie

Ein Araber in Dänemark

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Bei Ausgrabungen in Dänemark fanden Wissenschaftler die Überreste eines Arabers aus der Eisenzeit.
Dänische Archäologen haben bei Ausgrabungen auf der dänischen Hauptinsel Seeland die Überreste eines Arabers entdeckt. Der Araber wurde neben Skandinaviern in der Römischen Eisenzeit um etwa 200 nach Christus im Süden der Insel bestattet, fanden die Forscher um Linea Melchior von der Universität in Kopenhagen heraus. Die Abstammung der Toten konnten die Wissenschaftler durch Erbgutuntersuchungen nachverfolgen: Offensichtlich war die Bevölkerung des heutigen Dänemarks durch regen Austausch mit umgebenden Ländern schon damals ähnlich durchmischt wie heutzutage. Den Araber erklären sich die Forscher mit der Expansion des Römischen Reichs. Vermutlich war er als Soldat oder als Sklave mit den Römern in den Norden gekommen, teilt die Universität mit.

Die Forscher untersuchten zwei Ausgrabungsstätten im Süden von Seeland aus der Römischen Eisenzeit. Diese Periode umfasst die ersten Jahrhunderte nach Christus. Bei 22 Toten entnahmen sie Erbgutproben. Aus dieser sogenannten mitochondrialen DNA lassen sich die Abstammungsverhältnisse von Menschen über die mütterliche Familienlinie bestimmen. Die Forscher stellten fest, dass keiner der Toten in den Gräbern mit einem jeweils anderen verwandt war. Daraus schließen sie, dass die Einwohner in Dänemark schon in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung sehr mobil waren.

In dem Toten arabischer Abstammung vermuten die Forscher einen ehemaligen Sklaven oder Soldaten, der mit Expeditionen römischer Legionen bis auf etliche hundert Kilometer südlich des heutigen Dänemarks gekommen sein konnte. Vielleicht besaß dieser Araber besondere Fähigkeiten, die ihn für die Einwohner von Seeland interessant machten, so dass er sich dort niederließ, spekulieren die Wissenschaftler.

Mitteilung der Universität von Kopenhagen Originalarbeiten der Forscher: Linea Melchior (Universität von Kopenhagen) et al.: PLoS ONE, Bd. 3, Artikel e2214American Journal of Physical Anthropology, Bd. 135, S. 206-215 ddp/wissenschaft.de ? Martin Schäfer
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