Einbalsamiert und mit 12 Pferden begraben - Permafrost konserviert Prinzessin 2.500 Jahre lang im Altai - wissenschaft.de
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Geschichte+Archäologie

Einbalsamiert und mit 12 Pferden begraben – Permafrost konserviert Prinzessin 2.500 Jahre lang im Altai

Archäologen fanden im Süden des Altaigebirges in Zentralasien die Mumie einer jungen Frau, die Mitte des ersten Jahrtausends vor Christus begraben wurde. Die Frau gehörte zum alten Volk der Pazaryk, von denen die Wissenschaftler bis heute nicht genau wissen, wann sie in den Altai einwanderten und woher sie kamen.

Die Archäologen fanden die Frau eingewickelt in eine Tierdecke, bekleidet nur mit einem losen Hemd und Filzstrümpfen. Sie lag auf ihrer rechten Seite mit ihren Knien zusammengebunden und sah sehr groß aus. Das Gesicht der Frau war jedoch, bis auf Teile der Schläfenmuskeln, nicht erhalten. Der Grund: der Kopf lag auf einem Filzkissen und zerfiel noch bevor der sehr einfach einbalsamierte Körper vom Permafrost eingefroren wurde.

Experten, die die Mumie untersuchten, errechneten für die Frau ein Alter von 20 bis 23 Jahren und eine Größe von 160 Zentimetern. Eine stattliche Größe für eine Zeit, in der die Männer nur in Ausnahmefällen eine Größe von 180 Zentimetern erreichten. Der Schädel war lang mit einem großen Gehirnvolumen. Die Frau muss direkt nach ihrem Tod einbalsamiert worden sein, so die Wissenschaftler. Am Rücken, den Schultern und an der Brust sind Einschnittspuren zu sehen, die die Angehörigen anbrachten, um das Blut auslaufen zu lassen. Auch die inneren Organe entfernten sie und an ihrer Stelle stopften die Leute die Tote mit trockenem Gras und Wolle aus. Das Gehirn zogen sie durch eine Öffnung in der Schädeldecke heraus. Dann bestatteten sie die Mumie in einem Grabhügel auf dem Ukok Plateau.

Der Kopf der jungen Frau war rasiert und trug eine Perücke, die mit Ornamenten und einer mondförmigen Scheibe mit eingravierten Panthern verziert war. An ihrer rechten Hand trug sie einen tatauierten Ring. Zudem war der gesamte linke Arm der Frau mit Tatauierung überzogen. An ihrer Schulter war ein blauer Hirsch mit spiralförmigen Hörnern angebracht. Der Hirsch war eines der heiligen Tiere der Pazaryks, sowie der Skythen und aller Indoeuropäer. Unter dem Hirsch ist eine Szene eingraviert, in der ein Panther einen Hirsch oder ein Schaf angreift. Ein sehr typisches Bild für Nomaden, da diese Tötungsszene für sie den ständigen Lebensfluss symbolisiert.

Dass es sich bei der mumifizierten Frau tatsächlich um eine Prinzessin handelt, beweisen die 12 Pferde, die mit ihr zusammen in ihrem Grabhügel bestattet wurden. Aber auch die Tatauierungen an ihrem Körper sind ein Zeichen ihrer hohen Stellung. Die Wissenschaftler vermuten sogar, dass sie Priesterin war. (Times of Central Asia)

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Birgit Stöcklhuber
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