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Geschichte+Archäologie

Evolution der Sprache verlief vermutlich anders als gedacht

Wichtige Schritte zur Evolution der Sprache machten Menschen und Schimpansen offenbar noch gemeinsam. Nicht nur beim Menschen sondern auch beim Schimpansen senkt sich der Kehlkopf in der frühen Kindheit ab ? eine Voraussetzung für die Vokalisation der Sprache. Das berichtet ein japanisches Forscherteam im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (Artikel Nr. 1107). Bisher sind Anthropologen davon ausgegangen, dass es diese Absenkung nur beim Menschen gibt.

Die Forscher um Takeshi Nishimura haben drei Schimpansen in den ersten Jahren ihres Lebens mehrfach unter einen Tomographen gelegt. Bei allen Schimpansen beobachteten die Wissenschaftler eine Absenkung des Kehlkopfs entsprechend der Wachstumsprozesse bei menschlichen Kleinkindern.

Damit scheint nur noch die ebenfalls abgesenkte Stellung des Zungenbeins den Lautapparat des Menschen von dem des Schimpansen zu unterscheiden, schreiben die Autoren. Die Absenkung des Kehlkopfes muss dagegen schon eingesetzt haben, bevor sich die Linien von Mensch und Schimpanse vor etwa 4,5 Millionen Jahren in Afrika trennten. Möglicherweise waren nicht verbesserten Möglichkeiten zur Vokalisation der Grund dieser Entwicklung, sondern ein veränderter Schluckmechanismus, spekulieren Nishimura und seine Kollegen.

ddp/bdw ? Andreas Wawrzinek
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