Flucht vor dem Eis - nach Spanien - wissenschaft.de
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Geschichte+Archäologie

Flucht vor dem Eis – nach Spanien

Die meisten modernen Europäer stammen von Jägern und Sammlern ab, die während der letzten Eiszeit auf der Iberischen Halbinsel Zuflucht gesucht hatten und von dort aus Europa besiedelten. Darauf deutet die geographische Verteilung bestimmter Genveränderungen hin, die ein internationales Forscherteam beim Vergleich von Volksgruppen aus Europa, dem Kaukasus und dem Nahen Osten entdeckt hat. Die Wissenschaftler um Luísa Pereira von der Universität in Porto beschreiben ihre Studie in der Fachzeitschrift Genome Research (Bd. 15, S. 19).

Die Wissenschaftler untersuchten bei 649 Freiwilligen aus 20 verschiedenen Volksgruppen die so genannte mitochondriale DNA. Dieses ringförmige Erbgutmolekül, das sich in den Zellkraftwerken befindet, wird nur über die mütterliche Linie vererbt. Daher stammen Veränderungen darin ausschließlich aus Fehlern, die sich im Lauf der Zeit beim Kopieren eingeschlichen haben, und nicht durch die Vermischung der Erbinformationen beider Elternteile. Vergleiche mitochondrialer DNA-Sequenzen eignen sich daher sehr gut, um beispielsweise die Abstammung eines Volkes nachzuvollziehen.

Die genetische Variante der meisten Europäer gelangte während der letzten Eiszeit vor etwa 20.000 bis 25.000 Jahren vom Nahen Osten nach Europa, zeigen die Ergebnisse der Forscher. Während der Endphase der Kälteperiode vor etwa 15.000 Jahren suchten dann offenbar viele Europäer Zuflucht auf der Iberischen Halbinsel, von wo aus sie sich nach dem Ende der Eiszeit wieder über ganz Europa verteilten. Eine solche Vermutung hatten Wissenschaftler bereits früher geäußert, ohne jedoch den Zufluchtsort identifizieren zu können.

ddp/wissenschaft.de ? Ilka Lehnen-Beyel
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