Fossiler "Hobbit"-Mensch in Indonesien entdeckt - wissenschaft.de
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Geschichte+Archäologie

Fossiler "Hobbit"-Mensch in Indonesien entdeckt

Die Gattung Mensch hat Zuwachs bekommen: Wissenschaftler haben auf der indonesischen Insel Flores ein Skelett eines nur gut einen Meter großen Menschen gefunden. Das Exemplar der Spezies „Homo floresiensis“ lebte vor 18.000 Jahren und ist das bisher kleinste bekannte Mitglied der Gattung Homo, zu der auch Homo erectus und Homo sapiens zählen. Peter Brown von der Universität in Armidale (Australien) und seine Kollegen berichten über den Fund im Fachmagazin Nature (Bd. 431, 28. 10., S. 1055).

Bei dem frühmenschlichen Skelett handelt es sich wahrscheinlich um die Überreste einer erwachsenen Frau. Dennoch war sie nur etwa einen Meter groß mit einem Kopf von der Größe einer Pampelmuse. Die Forscher konnten den Fund keiner bekannten menschlichen Spezies zuordnen, sondern benannten die menschliche Lebensform nach ihrem Fundort „Homo floresiensis“. Am Fundort stießen Wissenschaftler noch auf weitere Überreste von kleinen Frühmenschen, die wahrscheinlich bis vor etwa 12.000 Jahren gelebt haben. Es handele sich daher nicht um eine Missbildung einer bekannten Art.

Der „Homo floresiensis“ gilt als der kleinste bekannte Vertreter der Menschenfamilie und hatte auch das kleinste Gehirn. Dennoch sollten seine Fähigkeiten nicht unterschätzt werden, so die Forscher, da er wahrscheinlich Steinwerkzeuge herstellte und die Insel auf Wasserwegen erreichte. Die Frühmenschen sind laut Brown vermutlich Nachfahren des Homo erectus. Ihre geringe Körpergröße ist möglicherweise eine Anpassung an die begrenzten Ressourcen einer Insel, erklären die Forscher. Von anderen kleinen Inseln seien solche Zwergversionen von Säugetieren schon bekannt. Die Gattung des Homo war somit sehr viel anpassungsfähiger als bisher angenommen. Der Fund könnte daher auch darauf hindeuten, dass es noch weitere bislang unbekannte Unterarten des Homo gab, erklären die Wissenschafter.

Bis zu seinem Aussterben lebten Homo floresiensis und Homo sapiens für Zehntausendende von Jahren zeitgleich in der Region. Es gibt allerdings noch keine Beweise, ob es jemals zu einem Kontakt der beiden Menschenarten gekommen ist. Der Fund des Homo floresiensis gilt auch als ein weiteres Indiz für die These, dass der Homo sapiens sich in Afrika entwickelt hat.

ddp/bdw ? Eva Hörschgen
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