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Frauen leben weltweit länger

Erstmals in der Geschichte der Menschheit haben Frauen im Jahr 2006 in allen Ländern weltweit eine höhere Lebenserwartung als Männer. Das schließen britische Wissenschaftler aus der Auswertung von Daten der Weltgesundheitsorganisation WHO und des „World Factbooks“ des US-Geheimdienstes CIA. Während in den Industrieländern Frauen bereits seit vielen Jahrzehnten im Durchschnitt länger leben als Männer, lag deren Lebenserwartung in vielen Entwicklungsländern in der Vergangenheit meist deutlich niedriger. Hauptgrund dabei ist die große Zahl von Todesfällen in Zusammenhang mit Geburten und Schwangerschaften.

Bereits 2002 konstatierte die WHO in ihrem Gesundheitsbericht in nur sechs Ländern bei Frauen eine niedrigere Lebenserwartung als bei Männern: Neben den asiatischen Ländern Nepal und Bangladesh lebten Frauen in Botswana, Zimbabwe, Lesotho und Swaziland im Durchschnitt kürzer als Männer. Diese Länder verschwanden bereits ein Jahr später von dieser Liste, jedoch tauchten die Malediven, der Ölstaat Katar und Niger neu in der Zusammenstellung auf. Laut der Daten des aktuellen „World Factbooks“ der CIA dürfte 2006 jedoch das Jahr sein, in dem Frauen erstmals in allen Ländern länger leben als Männer, erklären die Forscher.

Die Lebenserwartung von Frauen sei ein Indikator dafür, wie gut es jedem Einzelnen in einer Gesellschaft gehe, schreiben die Wissenschaftler um Danny Dorling von der Universität in Sheffield. In Europa haben Frauen zum Teil bereits seit mehr als hundert Jahren eine höhere Lebenserwartung: So erreichten die Frauen in Schweden bereits 1751 diese Grenze, in den Niederlanden 1860 und in Italien 1889.

Bis vor etwa dreißig Jahren vergrößerte sich diese Differenz der Lebenserwartungen von Männern und Frauen in Europa immer mehr. Seither schrumpft sie jedoch wieder. Der Grund dafür liegt nicht nur darin, dass sich nach Beginn der Emanzipationsbewegung die Lebensweisen von Männern und Frauen immer mehr angleichen, sondern auch darin, dass immer mehr Frauen rauchen. Dies könnte gerade auch in ärmeren Ländern die Lebenserwartung von Frauen wieder absinken lassen.

Danny Dorling ( Universität in Sheffield) et al.: British Medical Journal, Bd. 332, S. 808 ddp/wissenschaft.de ? Ulrich Dewald
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