Die Hauptstadt Palermo Gart der Gesundheit - wissenschaft.de
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Die Hauptstadt Palermo

Gart der Gesundheit

Kräuterbücher, Herbarien, Floren und andere botanische Werke des Mittelalters und der Frühen Neuzeit gewähren einen faszinierenden Einblick in die Geschichte der Naturwissenschaften. Hierzu präsentiert das Museum Otto Schäfer in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Schweinfurt, den Franckeschen Stiftungen und der Bibliothek der Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften in Halle eine Ausstellung und einen reich bebilderten Begleitkatalog.

Anhand repräsentativer Werke wird die Entwicklung der Botanik vom späten Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert unter verschiedenen Aspekten aufgezeigt. Dazu zählen der Wandel der Natur- und Pflanzenbetrachtung durch die zunehmende Einfuhr außereuropäischer Pflanzenarten, die Organisation des botanischen Wissens durch Forscher wie Carl von Linné, der Wandel in der Pharmazie und schließlich auch Pflanzen als Symbolträger.

Stützten sich die Kräuterbücher des ausgehenden 15. Jahrhunderts auf das tradierte Wissen antiker und arabischer Mediziner und Naturforscher wie etwa Dioscorides, Galen, Plinius und Avicenna, so schlugen bereits die drei Väter der Botanik – Otto Brunfels, Leonhart Fuchs und Hieronymus Bock – neue Wege ein. Ihre Werke begründeten eine eigenständige Botanik, die nicht mehr allein nach dem medizinischen Nutzen der Pflanzen fragte. Fuchs und Bock konnten zudem in ihre Schriften bereits zahlreiche Pflanzen aus der Neuen Welt aufnehmen. Ihre Nachfolger wie Mattioli, L’Obel, Theodorus oder Bauhin vermehrten die Kenntnis exotischer Pflanzen beträchtlich, da sie die seit der Mitte des 16. Jahrhunderts anschwellende botanische Literatur zu fremden Ländern und Regionen für ihre Kräuterbücher zu nutzen wussten.

Das zahlreiche neue Pflanzenmaterial aus Übersee führte aber auch zu den ersten vergleichenden Pflanzenstudien und zu den ersten Entwürfen einer Klassifikation der Pflanzen – etwa durch Caspar Bauhin. Ihren Höhepunkt fanden sie in der modernen Nomenklatur Carl von Linnés. Dem Wandel in der Pharmazie durch die zunehmende wissenschaftliche Erforschung der Pflanzen widmet sich die dritte Abteilung der Ausstellung. Gerade die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina setzte sich als erstes Ziel bei ihrer Gründung 1652 in Schweinfurt die ausführliche monographische Bearbeitung einzelner Drogen, um die ärztliche Praxis zu verbessern.

Zuletzt wird die symbolische Bedeutung von Pflanzen betrachtet, sowohl in der emblematischen wie der alchimistischen Literatur und der Signaturenlehre Giambattista della Portas. Letzterer sah bereits in der äußeren Gestalt einer Pflanze ihre Wirkkräfte angezeigt.

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Unter den 70 hochkarätigen Exponaten der Ausstellung befinden sich nicht nur das „Mainzer Herbar“ (1484), der „Gart der Gesundheit“ (1485) und sein lateinischen Pendant, der „Hortus sanitatis“, sondern auch die Schriften der drei Väter der Botanik. Rheede tot Drakesteins „Hortus Indicus Malabaricus“, Johann Christoph Volckamers „Nürnberger Hesperiden“, Johann Hieronymus Kniphofs „Botanica in Originali“ im Naturselbstdruck oder Elizabeth Blackwells „Curios Herbal“ in der deutschen Bearbeitung zählen zu den weiteren Höhepunkten der Ausstellung.

Die Ausstellung Gart der Gesundheit wird vom 29. Januar bis 25. März 2012 auch in den Franckeschen Stiftungen zu Halle zu sehen sein.

Quelle: Museum Otto Schäfer
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