Gegoogelte Firmennamen - wissenschaft.de
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Gegoogelte Firmennamen

Wie viele Aktien eines Unternehmens gerade an der Börse gehandelt werden, spiegelt sich in Suchanfragen an die Internet-Suchmaschine Google wider: Je mehr Anfragen nach einem bestimmten Unternehmensnamen es gibt, desto mehr Kauf- und Verkaufsaktionen sind auch bei der entsprechenden Aktie zu verzeichnen. Diesen Zusammenhang haben Forscher aus Deutschland und den USA nachgewiesen. Ihnen zufolge sei es wichtig, solche Mechanismen und Abhängigkeiten aufzudecken, um möglichst früh die Gefahr von Finanzmarktkrisen erkennen zu können. Das Team um Tobias Preis vom Institut für Physik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz berichtet über die Ergebnisse der Untersuchung.

Für ihre Analysen untersuchten die Forscher, wie das Handelsvolumen der 500 US-Unternehmen, die im Börsenindex S&P 500 vertreten sind, mit der Google-Suche nach dem entsprechenden Unternehmensnamen zusammenhängt. Dafür standen Daten aus den Jahren 2004 bis 2010 zur Verfügung. Bei Google wird seit 2004 über die Suchanfragen eine Statistik geführt. Diese Informationen haben die Forscher mit Aufzeichnungen über die Fluktuationen am Finanzmarkt verglichen. Dabei standen sowohl einzelne Aktien als auch die Entwicklung aller im S&P 500 Index gelisteten Unternehmen insgesamt im Blickpunkt.

Während zwischen der Kursentwicklung und der Veränderung der Stichwortanzahl kein nennenswerter Zusammenhang zu finden sei, zeigen das Handelsvolumen der Aktien und die Veränderung der Google-Stichwortanzahl offenbar eine klare Korrelation: „Man könnte sagen, dass das Suchvolumen die aktuelle Attraktivität, eine Aktie zu handeln, widerspiegelt. Aber es scheinen weder Kauf- noch Verkaufsaktionen bevorzugt zu werden“, erläutert Co-Autor Daniel Reith, ebenfalls von der Universität Mainz. Nach Auffassung der Autoren ist es wichtig, solche Mechanismen und Abhängigkeiten aufzudecken, denn diese könnten zum Verständnis von Finanzmarktkrisen beitragen: „Eine effektive Krisenbeobachtung könnte zur Stabilität unserer Finanzsysteme beitragen“, so Reiths Einschätzung.

Tobias Preis (Gutenberg-Universität Mainz) et al.: Philosophical Transactions of the Royal Society A, Bd. 368, Nr. 1933 S. 5707 dapd/wissenschaft.de ? Martin Vieweg Tobias Preis vom Institut für Physik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz berichtet über die Ergebnisse im Fachmagazin „Philosophical Transactions of the Royal Society A“ (Bd. 368, Nr. 1933 S. 5707).
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