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Geschichte+Archäologie

Geschichte des Schachspiels begann in Europa schon im sechsten Jahrhundert

Nur wenige Jahrzehnte, nachdem das Schachspiel in Indien, Persien oder China erfunden wurde, haben es die Menschen auch schon in Europa gespielt. Britische Forscher um Richard Hodges von der University of East Anglia entdeckten in der byzantinischen Stadt Butrint im heutigen Albanien eine Schachfigur aus dem sechsten Jahrhundert. Das berichtet der Nachrichtendienst BBC in seiner Online-Ausgabe.

Damit gelangte das Schachspiel zu einer Zeit nach Europa, als das römische Weltreich gerade zerfiel und die Wirren der Völkerwanderung den Kontinent schüttelten. Bislang hatten Historiker vermutet, dass das „Spiel der Könige“ erst im zwölften Jahrhundert an europäischen Fürstenhöfen Einzug hielt. Beleg dafür waren Schachfiguren aus Elfenbein, die von Süditalien bis Nordschottland verbreitet waren. Auch die Figur aus Butrint ist aus Elfenbein hergestellt. Noch wissen die Forscher nicht, ob es sich um Dame oder König handelt.

Die Stadt Butrint, gegenüber der Insel Korfu an der albanischen Küste gelegen, wurde im achten Jahrhundert vor Christus gegründet und war lange Zeit eine unabhängige Stadt. Nach der Eroberung durch die Römer im Jahr 167 gehörte die Stadt bis 367 nach Christus zum Römischen Reich. Danach war die Geschichte der Stadt wechselvoll: Vandalen, Ostgoten und Slawen plünderten die Gegend. Im späten 9. Jahrhundert fiel Butrint unter die Herrschaft von Byzanz, später stritten sich Normannen, Venezianer und Franzosen um die Stadt an der Adria.

Ute Kehse
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