Anzeige
Anzeige
1 Monat GRATIS testen, danach für nur 9,90€/Monat!

Geschichte|Archäologie

Grabmal eines Vizekönigs der Gök-Türken entdeckt

Luftansicht des in der Ostmongolei entdeekten Steinmonuments. (Foto: Osaka University, Mongolian Academy of Science)

Im Osten der Mongolei haben Archäologen ein besonderes Steinmonument entdeckt. Denn es handelt sich um das 1300 Jahre alte Grabmal eines Vizekönigs der Gök-Türken – einem einstigen Nomadenreich in Zentralasien. Das Spannende daran: Rund um den Sarkophag sind 14 Steinsäulen mit hunderten Turk-Runen aufgestellt. Diese Inschriften geben ganz neue Einblicke in dieses versunkene Reich der Steppe.

Ein Turk-Reich in der asiatischen Steppe

In der Zeit von 552 bis 744 existierte in der Steppe Zentralasiens das Reich der sogenannten Gök-Türken. Dieses vereinte zu den Turkvölkern gehörende Nomadenstämme, aber auch Nomaden anderer Sprachgruppen zu einem Verbund. Kontrolliert und beherrscht wurde dieser Verbund von einer ursprünglich im Altai und Ost-Turkestan ansässigen Gruppe von Turk-Nomaden.

Zur Zeit seiner größten Ausdehnung erstreckte sich das Reich der Gök-Türken von der Grenze Chinas bis zum Kaspischen Meer. Neben chinesischen Aufzeichnungen zeugen Funde von Gräbern und Steinstelen mit alttürkischen Runen, auch als Orchon-Runen bekannt, von der Geschichte dieses Reiches. So ist bekannt, dass das erste Reich der Gök-Türken erst durch innere Unruhen destabilisiert und dann durch die Chinesen erobert wurde. 682 etablierte sich jedoch ein zweites Gök-Türken-Reich, dass später von den Uiguren zerschlagen wurde.

Steinmonument und Runen

Jetzt hat ein Team von japanischen und mongolischen Archäologen im Osten der Mongolei ein zuvor unbekanntes Steinmonument der Gök-Türken entdeckt. Es besteht aus einem Grabhügel mit Steinsarkophag, der von 14 aufrechten im Quadrat angeordneten Steinsäulen umgeben ist. In die Steinsäulen sind hunderte von Turk-Runen eingraviert. Dies sei ein einzigartiger Fund, heißt es in einer Mitteilung des Ausgrabungsteams. Denn die bisher dort entdeckten Inschriften sind der bisher umfangreichste Fund von Turk-Runen in der Mongolei.

Wie eine Radiokarbondatierung von Kohlestücken, Schafsfellen und Pferdeknochen aus dem Sarkophag ergab, stammt dieses Monument aus dem 8. Jahrhundert. Es entstand damit während des zweiten Reichs der Gök-Türken, wie die Wissenschaftler berichten. Aus der Art der Anlage und den Grabbeigaben schließen sie, dass hier ein hochrangiger Angehöriger der Gök-Türk-Elite begraben wurde.

Anzeige

Grab eines Vizekönigs

Das Besondere daran: Bisher gingen Archäologen und Historiker davon aus, dass die Fürsten und Anführer der Gök-Türken vorwiegend westlich der mongolischen Hauptstadt Ulan-Bator lebten und auch begraben wurden. Der Fund dieses Grabmals sehr viel weiter östlich werfe daher ein ganz neues Licht auf die Machtverhältnisse im Reich der Gök-Türken.

Takashi Osawa von der Universität Osaka hat inzwischen einen Teil der Runeninschriften entziffert – und nähere Hinweise auf den an diesem Ort begrabenen Toten erhalten. Demnach handelt es sich um einen Vizekönig des Khagans Bilge-Kül, der von 716 bis 734 über das Zweite Reich der Gök-Türken regierte. Unter dem Nachfolger von Bilge-Kül bekleidete der Mann dann den Rang eines Tölis-Shad – eines obersten Befehlshabers, wie Osawa berichtet.

Zentrum des östlichen Turk-Reiches?

Nach Ansicht der Forscher belegt die Lage eines so hochrangigen Fürsten der Gök-Türken an diesem Ort, dass dieses Gebiet der Ostmongolei einst das Zentrum des östlichen Reichsteils gewesen sein muss. Da aus chinesischen und turksprachigen Texten bisher nicht hervorging, wo dieses Zentrum lag, könnte nun entdeckte Anlage einen ersten Anhaltspunkt darauf liefern.

Noch allerdings sind nicht alle Inschriften entziffert und auch die Ausgrabungen haben erst begonnen, wie die Archäologen berichten. Sie hoffen daher, bald noch mehr Informationen über diesen Ort, das Monument und die religiösen und politischen Verhältnisse im zweiten Reich der Gök-Türken zu erfahren.

Quelle: Osaka University
Anzeige

DAMALS | Aktuelles Heft

Bildband DAMALS Galerie

Der Podcast zur Geschichte.

Geschichten von Alexander dem Großen bis ins 21. Jahrhundert. 2x im Monat reden zwei Historiker über ein Thema aus der Geschichte. In Kooperation mit DAMALS – Das Magazin für Geschichte.

Hören Sie hier die aktuelle Episode:

Zeitpunkte

Anzeige

Wissenschaftslexikon

Ma|the|ma|tik|un|ter|richt  〈m. 1; Pl. selten〉 (schulischer) Unterricht in Mathematik ● Arbeitsblätter für den ~

Ras|se  〈f. 19〉 1 〈Biol.〉 1.1 Gesamtheit der Angehörigen einer Tierart, die sich durch bestimmte erbliche Merkmale von anderen derselben Art unterscheiden  1.2 durch Züchtung ausgewählte Angehörige einer Tierart mit vom Menschen besonders geschätzten erblichen Eigenschaften (Hunde~, Zucht~) … mehr

ho|mo|fon  〈Adj.〉 oV homophon 1 〈Mus.〉 in der Art der Homofonie; … mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]