Granatenschock - wissenschaft.de
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Geschichte+Archäologie

Granatenschock

Im Mittelpunkt der Ausstellung „Von Kriegszitterern, Sanitätsoffizieren und Helferinnen“ – noch bis 16. September im Erich Maria Remarque-Friedenszentrum in Osnabrück (Markt 6, Tel. +49 (0)541 323-2109) – stehen nervliche Erkrankungen von Teilnehmern des Ersten Weltkriegs und die Hilflosigkeit des medizinischen Personals angesichts ihrer traumatisierten Patienten. Die Psychiatrie verdankt den überlebenden Opfern des Krieges wichtige Erkenntnisse über eine bis heute unterschätzte Dia‧gnose – man denke etwa an die lange verkannte Traumatisierung von Bundeswehrsoldaten nach Kampfeinsätzen.

Während die Behandlung der körperlichen Verletzungen in den Lazaretten nach 1918 Fortschritte verzeichnete, blieb man beim „Granatenschock“ ratlos. In den zermürbenden Wochen im Schützengraben waren die Fälle derer rapide angestiegen, die unter unkontrollierbaren Zitteranfällen litten. Spät erkannte man deren Ursache in den grausamen Erfahrungen, denen die Soldaten unter ständiger Bombardierung ausgesetzt gewesen waren. Die Therapieversuche deutscher Mediziner setzten auf Schockwirkung durch elektrische Schläge, die Folge war jedoch eine Verschlimmerung des Zustandes; viele der Patienten waren danach auf dauerhafte Pflege angewiesen. Das Erich Maria Remarque-Friedenszentrum führt Gewalterfahrungen als seelischen Ausnahmezustand vor Augen.

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