Schottland Hafenbefestigungen gegen Napoleons Flotte - wissenschaft.de
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Schottland

Hafenbefestigungen gegen Napoleons Flotte

Alter Hafen von Ediburgh
Heute sind große Teile des alten Hafens von Leith in Wohngebiete umgewandelt. (Bild: ilhamnandana/ iStock)

Im schottischen Edinburgh haben Archäologen lange verschollene Reste des alten Hafens der Stadt entdeckt. Der Hafen im Stadtteil Leith sollte Anfang des 19. Jahrhunderts im Zuge der industriellen Revolution ausgebaut werden. Während der Napoleonischen Kriege kamen zudem Pläne für mächtige Hafenbefestigungen hinzu – doch diese Pläne wurden nur zum Teil umgesetzt. Jetzt sind Überreste dieser Befestigungen und Docks im Vorfeld eines Bauprojekts in Leith wiederentdeckt worden.

Die ehemals unabhängige Stadt Leith war lange Zeit der wichtigste Hafen für die schottische Stadt Edinburgh. „Leith wurde schon seit dem frühen Mittelalter als Hafen genutzt und wurde bald Schottlands wichtigster Handelshafen“, erklärt John Lawson, Stadtarchäologe von Edinburgh. Auch die Flotte des schottischen Königs James I. wurde im Hafen von Leith gebaut. Dennoch besaß dieser Hafen aber lange Zeit keine richtigen Docks. Das änderte sich erst, als 1801 John Rennie Pläne für einen Ausbau des Hafens von Leith anfertigte.

Seewälle gegen Napoleons Flotte

Die Konstruktion der neuen Hafenanlagen in Leith begann im Jahr 1809/10, wie historische Quellen berichten. Die Pläne sahen neben den Docks auch zwei seewärts gerichtete Befestigungsanlagen vor. Deren stabile Mauern sollten die Stadt und den Hafen vor allem vor Angriffen der französischen Flotte schützen, denn damals waren die Napoleonischen Kriege in vollem Gang. Nach mehreren Niederlagen gegen die Franzosen fürchteten die Engländer und Schotten eine Invasion der napoleonischen Truppen.

Doch die Hafenbefestigungen von Leith wurden nie ganz vollendet. Der östliche Teil des Seebollwerks mitsamt der beiden integrierten Trockendocks wurde zwar gebaut – er ist auf historischen Karten aus dem Jahr 1840 noch eingezeichnet. Der westliche Teil der Hafenanlagen aber war noch vor Baubeginn überholt und musste in den 1870er einem Werftgelände weichen. „Die Überreste der Seebefestigungen sind in der Mitte des 19. Jahrhunderts überbaut worden, als die Docks expandierten und das Ganze zu einer Werft wurde“, erklärt Lawson. Seit damals waren diese Relikte daher verdeckt und verschollen.

Beim Bauprojekt wiederentdeckt

Jetzt jedoch haben Archäologen die alten Hafenbefestigungen wiederentdeckt. Arbeiter stießen auf die Relikte, als sie die ersten Grabungen für ein neues Wohn- und Büroviertelgebäude ausführten, das in diesem Gebiet entstehen soll. „Wir wussten von frühen Erkundungen, dass hier die Relikte dieser wichtigen historischen Docks liegen könnten“, berichtet Tom Mitchell, technischer Leiter des Bauunternehmens CALA Homes. Jetzt sind diese seit gut 150 Jahren überbauten Hafenreste erstmals wieder zutage getreten.

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„Aufgrund ihrer Verbindung mit einem historischen Ereignis und ihres guten Erhaltungszustands sind diese Überreste von nationaler Bedeutung“, sagt Lawson. Denn an den Relikten der Seemauern könne man erstmals nachvollziehen, wie viel von den damaligen Plänen tatsächlich umgesetzt wurde und wie weit die Bauarbeiten damals fortgeschritten waren. „Was wir in den letzten Monaten bereits zutage gefördert haben, ist wirklich faszinierend – und es gibt uns einen seltenen Einblick in unsere Seefahrer -Vergangenheit“, sagt Mitchell.

Die Archäologen und das Bauunternehmen haben die ursprünglichen Ausbaupläne dieses Gebiets nun so angepasst, dass die historischen Überreste der Hafenbefestigungen erhalten und zugänglich bleiben. „Sollten dann künftige Generationen dort weiter graben wollen, haben sie noch immer die Chance dazu“, so Mitchell.

Quelle: City Council of Edinburgh

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