HINFÄLLIGE MAUERN - wissenschaft.de
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Geschichte+Archäologie

HINFÄLLIGE MAUERN

„… machte er sich auf nach Britannien und errichtete als Erster eine Mauer auf einer Länge von 80 Meilen, um Barbaren und Römer zu trennen.“ So berichtet es der Biograf des Kaisers Hadrian. Das ist die Leitidee aller Mauerbauten quer durch alle Zeiten: Trennung, Abwehr, Ausgrenzung, Befriedung, Schutz – Bauern gegen Nomaden, Babylonier gegen Barbaren, Römer gegen Germanen. Immer wieder haben Potentaten versucht, nicht nur Städte, sondern ganze Regionen durch Erdwall, Palisade oder Mauerwerk abzugrenzen. Der Limes ist hierzulande ein gut erkennbares und gepflegtes Beispiel.

Das Buch beschreibt anschaulich Bau, Geschichte, Sinn und Untergang verschiedener Mauerwerke anhand von archäologischen Funden und historischen Informationen. Neben den Schwergewichten wie Limes oder Chinesische Mauern stellen die Autoren die monströsen Bauwerke in Israel und an der Südgrenze der USA vor. Und auch weniger Bekanntes, was den besonderen Reiz dieses Buches ausmacht: zum Beispiel die babylonischen Versuche, das fruchtbare Land zwischen Euphrat und Tigris mit der „Amurriter-Mauer“, der ältesten Mauer der Welt, zu schützen. Oder die Mauer im frühgeschichtlichen Syrien, die Sesshafte und Nomaden trennen sollte. Oder die Grenzmauer der Assyrer zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer. Allerdings: Genutzt haben all diese Bauwerke, das macht das Buch deutlich, im Endeffekt nichts. Michael Zick

Astrid Nunn (Hrsg.) MAUERN ALS GRENZEN Philipp von Zabern, Mainz 2009 216 S., € 29,90 ISBN 3–8053–3934–6

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