Im Halbschatten der Zeit - wissenschaft.de
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Geschichte+Archäologie

Im Halbschatten der Zeit

Ilse Heller-Lazard (1884-1934), Stillleben mit Fruchtschale; 1912, Öl/Malpappe; 30,5 x 36 cm

Ilse Lazard, 1884 in Metz geboren, stammte aus einer großbürgerlichen jüdischen Familie. Gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Louise (Loulou) ging sie 1904 nach München, um privaten Kunstunterricht zu nehmen. Ilse Lazard, die das Münchner Bohème-Leben auskostete, zog nach einer kurzen Ehe nach Dresden, um bei Johann Walter-Kurau ihre Ausbildung fortzusetzen und schließlich nach Berlin, wo sie in einer privaten Malschule u.a. von Lovis Corinth unterrichtet wurde. 1915 lernte sie den zehn Jahre jüngeren Bildhauer Ernst Heller kennen und folgte ihm 1916 in seine Schweizer Heimat Eglisau am Rhein. Nach der Heirat 1918 lebte das Paar zunächst in Zürich, übersiedelte Ende 1919 aber nach Rom und 1927 nach Paris.

Als Malerin feierte Ilse Heller-Lazard 1919 mit ihren zumeist kleinformatigen Gemälden erste Erfolge. Ihre Werke bestechen durch Reduktion des Motivs, markanten Farbauftrag und Lösung des Kolorit’ vom Naturvorbild. Doch die Künstlerin zog sich zunehmend aus der Öffentlichkeit zurück. 1934 starb sie mit erst 49 Jahren an den Folgen einer Operation.

Ilse Heller-Lazards Werk, das erst vor wenigen Jahren der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, zeugt von ungewöhnlicher Gestaltungskraft und der eigenwilligen Auseinandersetzung mit den Kunstströmungen jener Zeit. Zugleich steht das Leben dieser Frau beispielhaft für eine Künstlerinnengeneration, die mutig mit herkömmlichen Konventionen brach und sich mit der Hinwendung zur Kunst bewusst für ein Leben jenseits bürgerlicher Normen entschied.

Zur Ausstellung ist eine Publikation erhältlich.

Quelle: Ursula Benkö
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