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Geschichte|Archäologie

Josel von Rosheim: Fürsprecher der Juden in der Reformationszeit

Theologische Disputation zwischen Juden und Christen, gemalt von Konrad Dinckmut, 1488. (Bild: Bibliothèque municipale de Colmar)

Eine Ausstellung in Augsburg widmet sich dem Leben und Wirken Josel von Rosheims (1478-1554), einem Fürsprecher der Juden in der Reformationszeit. Ein Ausblick zieht Parallelen zu aktuellen politischen und religiösen Fragen in Europa. Die Ausstellung ist noch bis zum 8. Dezember 2013 im Kreuzgang der St. Anna Kirche in Augsburg zu besichtigen.

Josel ben Gerschon von Rosheim ist eine herausragende, aber bisher wenig bekannte Persönlichkeit des deutschen Judentums während der Zeit der Renaissance. Tiefgreifende politische wie religiöse Veränderungen kennzeichneten seine Zeit. Die Reformation spaltete das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, der Adel rebellierte gegen die Macht des Kaisers, Bauernaufstände erschütterten die Gesellschaft.

Solche Zeiten des Umbruchs waren immer gefährlich für Juden. Der aus dem Elsass stammende Josel nutzte seine engen Verbindungen zu Kaiser Karl V., um die Sicherheit und Rechte der Juden in dieser Zeit zu schützen. 1530 erreichte er, dass der Reichstag in Augsburg den Schutz von „Leib und Leben“ der Juden bestätigte und sich dagegen aussprach, sie zur Taufe zu drängen.

Ebenfalls in Augsburg widerlegte er das damals weit verbreitete Buch des zum Christentum konvertierten Rabbinersohns Antonius Margaritha, in dem dieser den Juden aggressive Feindlichkeit gegenüber Christen vorgeworfen hatte. Margaritha musste daraufhin Augsburg verlassen. Doch das Buch wurde 1543 zu einer der Grundlagen für Martin Luthers Schmähschrift „Von den Juden und ihren Lügen“.

Die Ausstellung ist ein französisch-deutsches Kooperationsprojekt und wurde in Zusammenarbeit mit der Association B’nai B’rith René Hirschler in Straßburg und dem Historischen Museum der Pfalz konzipiert. In Augsburg wird sie gezeigt in einer Kooperation vom Jüdischen Kulturmuseum Augsburg-Schwaben, Evangelischem Forum Annahof, der Kirchengemeinde Sankt Anna und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit.

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Der Eintritt in die Ausstellung ist frei. Ein umfangreiches Begleitprogramm mit Führungen und Vorträgen rundet das Angebot ab.

Quelle: Jüdisches Kulturmuseum Augsburg-Schwaben
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