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Forschung

Jüdische Lebenslinien in Worms

Worms besitzt den ältesten jüdischen Friedhof Europas. Die über 1000 Grabsteine auf dem „Heiligen Sand“ – der älteste stammt aus dem Jahr 1076 – zeugen zwar von der Größe der jüdischen Gemeinde, doch viele ihrer Inschriften waren bislang wegen des hohen Verwitterungsgrads kaum lesbar.

Mit dem Ziel der wissenschaftlichen Dokumentierung des Friedhofs haben jetzt Experten des Geographischen Instituts der Universität Heidelberg ein neuartiges Verfahren zur Entzifferung der Inschriften entwickelt, das Streifenlicht-Scanning. Feine vertikale Lichtstreifen werden auf die Steinoberfläche projiziert und wandern langsam von links nach rechts. Dabei entsteht an den Grenzen von Hell und Dunkel eine das Relief darstellende Bildlinie. Zwei Digitalkameras halten die entstehenden Bildlinien fest; diese lassen sich später am Computer zu einer vollständigen Darstellung des Grabsteins zusammensetzen. Störende Verfärbungen können in den 3-D-Dateien ausgeblendet werden, so dass die Inschriften deutlicher erkennbar sind. Mit Hilfe mathematischer Berechnungen können Spezialisten dann zwischen Schriftkerben und Erosionsspuren unterscheiden.

Die Inschriften, die der Judaist Michael Brocke von der Universität Duisburg und sein Team entziffern, bieten wichtige Anhaltspunkte für die sozialgeschichtliche Forschung zur Wormser Judengemeinde, nennen sie doch Beruf und Familienverhältnisse der Bestatteten. Kunsthistoriker befassen sich zudem mit der ornamentalen Gestaltung der Steine.

Quelle: Dr. Heike Talkenberger
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Keil|haue  〈f. 19; Bgb.〉 spitzkeilförmige, etwas gebogene Hacke mit Spitze od. meißelförmiger Schneide

Agra|fie  〈f. 19; unz.; Med.〉 durch Ausfall best. Zentren der Gehirnrinde verursachte Unmöglichkeit, zu schreiben, obwohl der Arm sonst nicht behindert ist; oV Agraphie … mehr

te|leo|lo|gisch  〈Adj.〉 auf Teleologie beruhend

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