Kein Tag ohne Nacht - wissenschaft.de
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Geschichte+Archäologie

Kein Tag ohne Nacht

Im Ausstellungshaus des Frankfurter Städel Museums laufen derzeit die Vorbereitungen und Umbauarbeiten für die große Herbstschau auf Hochtouren. Vom 26. September 2012 bis 20. Januar 2013 präsentiert das Museum „Schwarze Romantik. Von Goya bis Max Ernst“. Erstmals in Deutschland widmet sich damit eine Ausstellung der dunklen Seite der romantischen Strömung und ihrer Fortführung im Symbolismus und im Surrealismus. Anhand von mehr als 200 Gemälden, Skulpturen, Grafiken sowie Fotografien und Filmen von über 70 Künstlern wird in der Themenausstellung der Faszination zahlreicher Künstler für das Abgründige, Geheimnisvolle und Böse nachgespürt. Diese „Nachtseite“ hat, oft mit engen literarischen Bezügen, in der bildenden Kunst auf vielfältige Weise Ausdruck gefunden. Der Bogen der Werkauswahl der „Schwarzen Romantik“ spannt sich von Künstlern wie Francisco de Goya, Johann Heinrich Füssli und William Blake über Caspar David Friedrich und Carl Blechen bis zu Théodore Géricault, Eugène Delacroix und Victor Hugo. Ebenso präsentiert werden Arbeiten von Gustave Moreau, Odilon Redon, Arnold Böcklin, Franz von Stuck und Max Klinger, aber auch von Edvard Munch, René Magritte, Hans Bellmer, Salvador Dalí und Max Ernst. Die komplexen Leihverhandlungen zur Ausstellung sind mittlerweile abgeschlossen, allein je sieben Gemälde von Goya und Füssli konnten für die Ausstellung gesichert werden. Bedeutende Leihgaben kommen aus international renommierten Sammlungen wie dem Pariser Musée d’Orsay, dem Musée du Louvre, der Londoner Royal Academy, dem Museo del Prado in Madrid und dem Art Institute of Chicago. Die gezeigten Werke erzählen von Einsamkeit und Melancholie, von Leidenschaft und Tod, vom Erhabenen der Natur und dem Irrationalen der Träume. Die gesellschaftlich Ausgegrenzten – Verbrecher und Wahnsinnige, Bettler und Dirnen – werden zu neuen Helden erhoben und eröffnen den Blick in die Abgründe der conditio humana.

Die Ausstellung wird realisiert auf Initiative des Kulturfonds Frankfurt RheinMain im Rahmen seines Schwerpunktprojektes „Impuls Romantik“.

Aufbauend auf dem Sammlungsbestand des Städel Museums, der mit Werken von Goya, Delacroix, Franz von Stuck oder Max Ernst wichtige Arbeiten zur Thematik versammelt, knüpft die Schau „Schwarze Romantik. Von Goya bis Max Ernst“ an die Tradition großer Themenausstellungen im Städel an. Mit einem sowohl geografisch als auch zeitlich übergreifenden Ansatz, der Bezüge zwischen verschiedenen romantischen Zentren darlegt und komplexe ikonografische Entwicklungen vor Augen führt, will die Ausstellung das Interesse für die düsteren Aspekte der Romantik wecken und damit zu einem erweiterten Verständnis dieser Bewegung anregen. Das von einem umfangreichen Katalog begleitete Ausstellungsprojekt präsentiert das Romantische als immer wiederkehrende Geisteshaltung, die ganz Europa erfasste und sich weit über das 19. Jahrhundert hinaus fortsetzte. In Kooperation mit dem Deutschen Filmmuseum wird das Städel erstmals auch Ausschnitte von Filmklassikern wie Friedrich Wilhelm Murnaus „Nosferatu“ oder James Whales „Frankenstein“ in die Ausstellung integrieren.

Katalog: Zur Ausstellung erscheint im Hatje-Cantz-Verlag ein umfangreicher, von Dr. Felix Krämer herausgegebener Katalog mit Beiträgen von Roland Borgards, Ingo Borges, Claudia Dillmann, Dorothee Gerkens, Johannes Grave, Mareike Hennig, Hubertus Kohle, Felix Krämer, Franziska Lentzsch, Manuela Marqués und Nerina Santorius. Deutsch, ca. 305 Seiten, 34,90 €.

Quelle: Städel Museum
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