Museum Kleist: Krise und Experiment - wissenschaft.de
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Museum

Kleist: Krise und Experiment

Heinrich von Kleist (1777-1811) ist eine der größten Dichterpersönlichkeiten Deutschlands. Zu seinem 200. Todestag im Kleist-Jahr 2011 würdigen das Kleist-Museum Frankfurt (Oder), die Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft und das Stadtmuseum Berlin den Dichter mit einer großen Doppelausstellung.

Mit Werken wie „Der zerbrochene Krug“ oder „Michael Kohlhaas“ gehört der Dramatiker und Erzähler zur schulischen Pflichtlektüre. Der zu Lebzeiten vielfach unverstandene Dichter zählt mittlerweile zu den deutschen Geistesgrößen. Dabei bezog Kleist in seinen Werken extreme Positionen, die noch heute verstören.

Die schonungslose Darstellung menschlicher Beziehungen und deren Scheitern, die Hinterfragung von Grundsätzlichkeiten des Zusammenlebens bis hin zur Geschlechterdiskussion machen Kleists Werke in aller Welt immer noch so attraktiv. Nicht zuletzt gilt Kleist mit seiner leidenschaftlichen Suche nach Glück als ausgesprochen zeitgemäß. Kleist war ein Krisenspezialist auf instabiler Lebensbahn und stets bereit, Neues zu wagen.

Die aufwendig gestaltete Ausstellung findet in Berlin und Frankfurt (Oder) statt. Im Ephraim-Palais, einem Rokokobau in Berlins Mitte, kann der Besucher auf drei Stockwerken dem Dichter und seinen Werken in einer spannenden Inszenierung nachspüren. Kleists Biografie wird in Beziehung zum historischen Kontext und seinen Werken gesetzt. Assoziative Raumerfindungen und künstlerische Positionen entwerfen zudem ein ungewöhnliches Bild dieses Dichters.

Die Präsentation beleuchtet, wie sich Kleist als Projektemacher mit ganz eigenen Ideen, Lebensentwürfen und literarischem Schaffen den Herausforderungen und Krisen seiner Zeit stellte. Dabei ist sein Leben nur vor dem Hintergrund der von Kriegen geprägten napoleonischen Ära an der Schwelle zur Moderne zu verstehen.

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Im Frankfurter Kleist-Museum trifft der Besucher auf die verschiedenen Identitäten des Dichters. Kleist erscheint als moderner Charakter, der stets neue Selbstbilder entwarf, um Krisen und Katastrophen zu meistern. Als Militär, Staatsdiener, Student der Naturwissenschaften, als Erfinder, Sensationsjournalist, Dichter und oft auch in seinen Beziehungen und Freundschaften experimentierte er mit unkonventionellen Vorstellungen und Ideen. Nach zahlreichen Rückschlägen inszenierte der 34-Jährige am 21. November 1811 seinen Tod als Opfer für die Unsterblichkeit.

Vielfältige Aktivitäten wie Lesungen, Filmvorführungen, Fachtagungen und andere Events begleiten die Ausstellung. Innerhalb des Kleist-Jahres 2011 findet eine Kleist-Produktion der experimentellen Theatergruppe Rimini Protokoll sowie ein Theaterfestival am Gorki Theater Berlin statt. Ein Architektenwettbewerb zur Neugestaltung des Kleist-Grabes am Kleinen Wannsee und weitere Veranstaltungen runden das Bild ab.

Quelle: Stiftung Stadtmuseum Berlin
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