Kopf gegen Masse: Leichte Sumoringer sind die besseren Taktiker - wissenschaft.de
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Kopf gegen Masse: Leichte Sumoringer sind die besseren Taktiker

Schwere Sumoringer verlassen sich in Wettkämpfen vor allem auf ihre Körpermasse, um den Gegner aus dem Ring zu drängen. Leichte Ringer haben dagegen ausgefeilte Taktiken, um dem Angreifer auszuweichen oder ihm ein Bein zu stellen. Das fand die amerikanische Biologin Perri Eason nach eingehenden Studien in Japan. Über ihre Beobachtungen berichtete sie jetzt auf dem Internationalen Kongreß über Verhalten und Ökologie in Montreal.

Eason hat 140 Kämpfe der weltbesten Sumoringer analysiert. Die Gegner sind in der Regel 120 bis 180 Kilogramm schwer und wenden im Wettkampf etwa 70 seit Jahrhunderten bekannte Taktiken an, um ihr Gegenüber zu bezwingen. Die schweren Ringer nutzen davon im Durchschnitt jedoch nur etwas mehr als dreizehn. Die leichteren beherrschen dagegen fast 22 Taktiken, fand die Forscherin. Die meisten Varianten im Kampf beobachtete sie bei dem bekannten Ringer Kyokudozan, der gerade einmal 101 Kilo auf die Waage bringt.

Doch trotz ausgefeilter Techniken scheitert das Kämpfen mit Kopf doch meist an der Masse: Ringer, die sich vor allem auf ihr Gewicht verlassen, gewinnen vier Prozent mehr Wettkämpfe als ihre leichteren Kollegen.

Eason glaubt, in den Taktiken der Sumokämpfer ein allgemeines Prinzip erkannt zu haben. Dass Leichtgewichte im Wettkampf ausgefeiltere Taktiken nutzen, will sie nun auch in der Welt der Tiere nachweisen.

ddp/bdw – Andreas Wawrzinek
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