Der Filmproduzent Carl Laemmle Markgräfliches Opernhaus in Bayreuth soll Weltkulturerbe werden - wissenschaft.de
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Der Filmproduzent Carl Laemmle

Markgräfliches Opernhaus in Bayreuth soll Weltkulturerbe werden

Das Zeitalter des Barock wird gerne als theatralische Epoche bezeichnet, die barocke Welt als „Theatrum Mundi“. Architektur, Malerei und Plastik äußerten sich in aufwendigen und überreichen Inszenierungen mit enormen Dimensionen.

Höhepunkt barocker Repräsentation, d.h. der Zur-Schau-Stellung der gesellschaftlichen Position, war das barocke Fest. Alle offiziellen Ereignisse dieser Zeit wurden von prunkvollen Festveranstaltungen begleitet. Dafür wurden unerhörte und noch nie gesehene Inszenierungen unter Verwendung ephemerer Architekturen geschaffen, an denen die bedeutendsten Künstler der Zeit zusammenwirkten.

Das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth, das besonders eng mit Wilhelmine von Bayreuth (der Schwester Friedrichs des Großen) verknüpft ist, verkörpert in außergewöhnlicher Vollendung und Erhaltung den Typus des höfischen Opernhauses und Festraumes des 18. Jahrhunderts, der neben dem Schloss- und Kirchenbau wichtigsten Repräsentationsplattform der absolutistischen Gesellschaft. Als Schöpfung einer musikbegeisterten, selbst komponierenden und Regie führenden Fürstin stellt es zugleich ein bedeutendes Zeugnis der Musikkultur der deutschen Höfe dieser Zeit dar. Es repräsentiert auf singuläre Weise die ephemere/vergängliche Architektur, die Impulsgeber für die bildenden Künste dieser Zeit war und bislang noch nicht auf der UNESCO-Welterbeliste berücksichtigt ist.

Das Markgräfliche Opernhaus mit seinem in höchstem Maße unversehrt erhaltenen Zuschauerraum aus der Hand des bedeutendsten Theaterarchitekten der Zeit steht in einzigartiger Weise für die Fest- und Opernkunst des Barock und ist ein Beleg für diesen europaweit ausgeprägten und heute verschwundene Höhepunkt barocker Inszenierung.

Bislang auf der Welterbeliste der UNESCO verzeichnete Theater der Renaissance- und Barockzeit sind überwiegend als Bestandteile größerer Denkmalensembles in die Welterbeliste aufgenommen worden. Es handelt sich zudem in der Regel um kleine Theatersäle, die mehr für das Schauspiel als für großes Musiktheater, Opern- oder Festveranstaltungen bestimmt waren.

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Quelle: Bayerische Schlösserverwaltung
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