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Mit Bäumen gegen Einbrecher

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Straßenansicht mit hohen Bäumen in einem Wohngebiet in Portland im US-Bundesstaat Oregon. Credit: Geoffrey Donovan, U.S. Forest Service, PNW Research Station
Im Schatten hoher Bäume werden in Wohngebieten weniger Straftaten begangen. Diesen kurios klingenden Zusammenhang haben US-amerikanische Wissenschaftler entdeckt, als sie die Kriminalitätsrate in Portland im US-Bundestaat Oregon untersuchten. Demnach verringern Bäume am Straßenrand generell die Häufigkeit von Eigentumsdelikten und Gewalttaten. Bei Bäumen in Gärten ist der Effekt allerdings von der Größe abhängig: Große Bäume mit langem Stamm und hoher Krone reduzieren auch hier die Kriminalitätsrate, kleinere Bäume erhöhen sie jedoch. Hinter diesem Zusammenhang vermuten die Wissenschaftler zwei Effekte: Eine Wohngegend mit gepflegten Straßen- oder Gartenbäumen könnte Kriminellen signalisieren, dass sie intensiv überwacht wird. Bei kleinen Bäumen überwiege hingegen der Effekt des Sichtschutzes, durch den sich die üblen Aktivitäten besser verbergen lassen, schreiben die Forscher um Geoffrey Donovan vom U.S. Forest Service in Portland.

Die Wissenschaftler werteten für ihre Studie Daten aus, die ihnen vom Polizeibüro in Portland zur Verfügung gestellt worden waren. Sie konzentrierten sich dabei auf Straftaten, bei denen der Ort des Geschehens angegeben war. Sie kombinierten diese Daten mit Information zum Baumbestand, die sie aus persönlichen Begehungen, Luftaufnahmen und weiteren verfügbaren Angaben über die betreffende Wohngegend gewonnen hatten. Insgesamt umfasste die Studie so über 2.800 Einfamilienhäuser. In zwei Jahren hatten sich hier knapp 400 Eigentumsdelikte und 40 Gewaltverbrechen ereignet. Die Kombination mit den Informationen zum Baumbestand ergaben dann die Ergebnisse zum kriminalitätsmindernden Effekt des Baumbestandes.

In ihren Ergebnissen sehen die Forscher ein weiteres Argument für den Einsatz von Bäumen bei der Gestaltung von Wohngebieten: „Eine Alarmanlage mag zwar ebenfalls Einbrecher abschrecken, aber sie ist nicht so schön anzusehen und spendet im Sommer keinen Schatten“, kommentiert Geoffrey Donovan. In dem Hinweis, dass kleine Bäume durch den Sichtschutzeffekt mögliche Verbrecher ermutigen könnten, sehen die Forscher ebenfalls eine Botschaft für Hausbesitzer: Bei der Bepflanzung sollte der Standort von Bäumen gut bedacht werden, und auch später könne ein konsequenter Schnitt Attraktivität mit besserer Sicht und damit mehr Sicherheit kombinieren.

Geoffrey Donovan (U.S. Forest Service in Portlandet) al.: Environment and Behavior, doi: 10.1177/0013916510383238 dapd/wissenschaft.de ? Martin Vieweg
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