Mit Holzkohle- und Pflanzenresten den ersten Bauern auf der Spur - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Geschichte+Archäologie

Mit Holzkohle- und Pflanzenresten den ersten Bauern auf der Spur

reis.jpg
Wahrscheinlich machten die Menschen der Jungsteinzeit das Land mit Hilfe von Brandrodungen für den Reisanbau nutzbar. Foto: Damien Boilley, wikipedia.org
Bereits vor 7.700 Jahren gab es im heutigen China einen ausgereiften Reisanbau. Die Menschen in den damaligen jungsteinzeitlichen Kulturen befreiten die künftigen Anbauflächen mit Feuern von Buschwerk und Bäumen und nahmen mit Dämmen Einfluss auf die Überflutung der Felder. Das sagen Wissenschaftler um Yongqiang Zong von der Universität in Durham (GB), die Ausgrabungen von Siedlungsspuren aus dem Osten Chinas ausgewertet haben.

Die Wissenschaftler stützen ihre Ergebnisse auf Sedimente einstiger Siedlungen am Ort Kuahuqiao südwestlich der Mündung des Flusses Jangtse. Die Forscher suchten in diesen Ablagerungen nach den Überresten von Feuern, Sporen markanter Pilze, Samen und Pollen von Pflanzen, Reste von Knochen und Spuren von Mineralien. Anhand dieser Daten konnten sie ein detailliertes Bild der Besiedlungsgeschichte dieser Region nachzeichnen.

Demnach könnte der menschliche Einfluss vor etwa 7.700 Jahren mit Brandrodungen begonnen haben. Darauf deuten die starke Zunahme von Holzkohleresten und der gleichzeitige Rückgang von Erlenpollen in den Proben aus dieser Zeit hin. Spuren von in Menschen und Schweinen parasitisch lebenden Würmern lassen darauf schließen, dass die Region damals bereits besiedelt war. Auch fanden die Forscher Pilze, die auf die Behandlung der Flächen mit Tierdung hindeuten. In den Sedimenten fanden die Forscher auch Spuren von Wildreis, jedoch auch von bereits weiterentwickelten Sorten der Nahrungspflanze.

In dieser Region könnte daher die Kultivierung des Reisanbaus im heutigen China begonnen und sich von dort nach Nordosten in das Tal des Jangtse ausgebreitet haben, schließen die Forscher aus diesen Ergebnissen. Dort hatten Wissenschaftler bereits zahlreiche Hinweise für frühen Reisanbau entdeckt. Die Menschen hatten zunächst wohl noch vornehmlich als Jäger und Sammler gelebt und begannen zu dieser Zeit erst, systematisch Landwirtschaft zu betreiben. Zu den eingesetzten Techniken dürfte wohl auch bereits die Bewässerung der Felder gehört haben, erklären die Wissenschaftler.

Yongqiang Zong (Universität in Durham (GB)) et al: Nature, Band 449, Seite 459 ddp/wissenschaft.de ? Ulrich Dewald
Anzeige
Anzeige

bild der wissenschaft | Aktuelles Heft

Anzeige

Aktueller Buchtipp

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung
Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Wissenschaftslexikon

War|zen|schwein  〈n. 11; Zool.〉 Wildschwein mit warzenförmigen Auswüchsen am Kopf: Phacochoerus aethiopicus

kunst|in|ter|es|siert  auch:  kunst|in|te|res|siert  〈Adj.〉 Interesse für Kunst zeigend ... mehr

Bu|chen|spin|ner  〈m. 3; Zool.〉 1 〈i. e. S.〉 an Buchen schädlicher Nachtschmetterling 2 〈i. w. S.〉 Rotschwanz, grau mit hellen Flügelbinden, die Raupe gelb–schwarz gepunktet, haarig, mit rotem Haarpinsel als ”Schwanz“: Dasychira pudibundum ... mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige