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Moderne Hexen sind jung und schön

Auf der Suche nach Vorbildern sind bei Mädchen wortgewaltige Feministinnen, die in Hosen die Welt der Männer erobern, aus der Mode gekommen. Mädchen orientieren sich lieber an weiblich wirkenden Hexen, die ihre Interessen mit den klassischen Waffen einer Frau durchsetzen, schreibt die britische Medienforscherin Rachel Moseley im Magazin „Screen“ (Bd. 43, S. 4).

Für eine Studie der Universität Warwick hat Moseley moderne Hexendarstellungen in den Medien untersucht. Zaubernde Frauen werden nicht mehr als alte knöcherne Gestalten mit ungepflegtem Äußeren und dubiosen Absichten dargestellt, schreibt die Forscherin.

Im Gegenteil ist der Prototyp der zeitgemäßen Hexe wie zum Beispiel in der amerikanischen Fernsehserie „Charmed“ ein gerade erwachsener Teenager, der auf Stöckelschuhen und mit Charme böse Mächte im Bann hält. Von einer Romanze in die nächste geratend und umgeben von zahlreichen Freunden beweist sie dabei ihre prinzipielle Unabhängigkeit.

Von dieser positiven Darstellung der Hexen als junge Frauen mit Sex-Appeal und Power gäbe es fast keine Ausnahmen mehr, sagt Moseley. Nur in Harry Potter kämen noch Hexen vom alten Typ vor.

Die Radikalität der positiven Darstellung verwundert, wenn man bedenkt, dass in Europa über Jahrhunderte hinweg vermeintliche Hexen grausam verfolgt wurden. Wahrscheinlich zeugt das überkommene Bild davon, dass man in Europa bisher unfähig war, selbstbewusste Frauen oben auf stehen zu lassen, erklärt Moseley.

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ddp/bdw – Andreas Wawrzinek
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