Nach 2000 Jahren aufgedeckt: Liebesaffäre in 3-Sterne-Hotel von Pompeii - wissenschaft.de
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Geschichte+Archäologie

Nach 2000 Jahren aufgedeckt: Liebesaffäre in 3-Sterne-Hotel von Pompeii

Zwei ineinander verschlungene Körper eines Paares, zusammen mit einer Tasche voll Goldschmuck fanden Archäologen bei Grabungsarbeiten in der „Hotel Zone“ von Pompeii.

Der wohlhabende Mann, der seine Angebetete mit Gold überhäufte, vergnügte sich wohl so lange mit ihr in dem Hotel, dass sie vom Ausbruch des Vesuv überrascht wurden und nicht mehr wie die anderen Gäste fliehen konnten. Der Vesuv ließ im Jahre 79 nach Christus Pompeii und Herculaneum unter Asche und Schlamm versinken.

Erst kürzlich berichtete bild der wissenschaft über ein 2000 Jahre altes Freudenhaus nahe Pompeii, in dem neben Thermalbädern und Gärten auch zahlreiche Fresken entdeckt wurden. „Im Gegensatz zu diesem fünf Sterne Hotel, gehörte das jetzt entdeckte Hotel wohl eher in die Kategorie eines drei Sterne Hotels“, so der Grabungsleiter Antonio De Simone. „Wahrscheinlich war es ein diskreter Rückzugsort für Paare die ihre Privatsphäre suchten.“ Die zwei Körper fanden die Wissenschaftler in einem hospitium, einem mittelmäßigen zweistöckigen Hotel.

Der Mann war ein reicher Geschäftsmann, die Frau ein junges Sklavenmädchen (ancilla), das offensichtlich auf der sozialen Leiter aufgestiegen und die bevorzugte Frau des Mannes geworden war. Das Mädchen scheint von ihrem Herrn im Alter von sieben Jahren „adoptiert“ worden zu sein, da eine sieben in ihren Fingerring eingraviert ist, so De Simone.

Der Ring wie auch die anderen Schmuckgegenstände, die neben dem Paar gefunden wurden, zeugen von einer sehr hoch entwickelten Handwerkskunst. Dazu gehören unter anderem zwei schlangenförmige Armreifen, die mit Diamanten besetzt sind, sowie ein 700 Gramm schwerer Goldarmreif.

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Da nur noch ein weiterer Körper im Hotel gefunden wurde, gehen die Archäologen davon aus, dass die anderen Gäste die Warnsignale vor dem Ausbruch des Vesuv wahrgenommen hatten. Das gefundene Paar hatte nicht einmal mehr Zeit sich Sandalen anzuziehen.

Birgit Stöcklhuber
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