Die Bedeutung des Porphyrs Prachtvolles Lavoir im Mannheimer Schloss - wissenschaft.de
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Die Bedeutung des Porphyrs

Prachtvolles Lavoir im Mannheimer Schloss

Gestell Kirschbaum, Waschsch

Ein neues Ausstellungsstück sorgt im Mannheimer Schloss für noch mehr Glanz: Seit kurzem kann man das Lavoir der badischen Großherzogin Stéphanie de Beauharnais in der Dauerausstellung „Kunst und Kultur am Mannheimer Hof“ bewundern.

Heute kaum mehr vorstellbar: eine Welt ohne fließend Wasser! Auch bei Hofe musste man sich ehemals mit Waschschüsseln, sog. Lavoirs, begnügen, wenn diese dort auch aus sehr wertvollen Materialien gefertigt waren. Seit kurzem ist jenes der badischen Großherzogin Stéphanie de Beauharnais in der Dauerausstellung des Barockschloss Mannheim zu sehen. Es besteht aus einem schlanken Waschständer aus edlem Kirschbaumholz und einem Lavoir aus kostbarem Porzellan. Das Lavoir wurde in der französischen Manufaktur von Sèvres hergestellt. Diese war seit 1756 königliche Porzellanmanufaktur und galt als Topadresse in Europa für kostbare Porzellane. Daher wurde das Lavoir auch ganz zeitgemäß im Stil des Empire und mit seit Napoleons Ägyptenfeldzug 1798 hochmodischen ägyptisierenden Motiven, in Gold, Weiß und Hellblau gefertigt. Wer genauer hinsieht kann exotische Tiere entdecken, die für Gottheiten des Alten Ägypten stehen, wie etwa einen Schakal und ein Krokodil. Kurios ist auch der in der Mitte des Lavoirs dargestellte Skarabäus. Ein Wasserkrug, der im Zweiten Weltkrieg verloren ging, vervollständigte das Ensemble. Vermutlich handelt es sich um ein exklusives Hochzeitsgeschenk für Stéphanie von einem gewissen Baron Geusau, wie eine Rechnung aus dem Jahre 1806 für 450 Francs annehmen lässt. Die ägyptischen Gottheiten, die allesamt für Fruchtbarkeit, ewigen Fortbestand und Stärke stehen, sollten wohl die Hoffnungen auf die Sicherung des Fortbestandes des badischen Hauses ausdrücken, die in das neue Paar gesetzt wurden. Das schmuckreiche Ausstellungsstück lädt im Mannheimer Schloss zum Staunen ein – und wer wünscht sich nicht ein solch edles „Waschbecken“?

Quelle: Cornelia Lindenberg
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