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Geschichte|Archäologie

Prähistorische Befestigungsanlagen in der Basaltwüste

Forscher des Deutschen Archäologischen Instituts haben die bislang ältesten befestigten Siedlungen in Vorderasien entdeckt. Dazu zählen die Überreste von Wohnbauten sowie von Terrassengärten.
Im Rahmen eines durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft geförderten Projektes erforscht die Orient-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts seit 2010 die Basaltwüste im Nordosten Jordaniens. Dabei wurden unter anderem befestigte Siedlungen aufgespürt, die im frühen bis mittleren vierten Jahrtausend v. Chr. auf Vulkanen in dieser Region errichtet wurden und somit zu den frühesten Befestigungen in Vorderasien zu zählen sind.

Um die neu gefundene, frühbronzezeitliche Siedlungstätigkeit in dieser trockenen Region genauer zu untersuchen, führte das DAI in den vergangenen zwei Jahren mehrere Expeditionen an den Fundorten durch. Bei Oberflächenuntersuchungen und Grabungen wurden nicht nur Befestigungsmauern und einfache Wohnbauten, sondern auch Terrassengärten identifiziert. Sie wurden über ausgeklügelte Bewässerungssysteme künstlich mit dem wenigen Niederschlagswasser bewässert, etwa um Getreide anzubauen.

Mit diesen Entdeckungen rückt eine bislang als nebensächlich betrachtete Region in das Blickfeld der Erforschung der vorderasiatischen Zivilisationen des vierten vorchristlichen Jahrtausends, die bislang vor allem die kulturellen Entwicklungen dieser Zeitspanne in Mesopotamien und der südlichen Levante – dem östlich von Italien liegende Mittelraum – im Blick hatte.

Viertes Jahrtausend v. Chr.: Beginn der Urbanisierung

Das vierte Jahrtausend v. Chr. sei für die Forschung, so die Fachleute des DAI, von großem Interesse, da es einen wesentlichen Zeitabschnitt der Zivilisationsgeschichte Vorderasiens darstelle. In dieser Zeit hätten Entwicklungsprozesse begonnen, die die Existenz nachfolgender Kulturen erst ermöglichten und sich auch auf Europa auswirkten. Dazu zähle der Beginn der Urbanisierung, die Entwicklung des künstlichen Bewässerungsfeldbaus, die Massenproduktion von Gütern, der überregionale Handel und schließlich auch die Erfindung der Vorläufer der Schrift und die Wirtschaftsverwaltung.

Quelle: Detusches Archäologisches Institut
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