PRIVATE KNEIPEN UND BORDELLE - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Geschichte+Archäologie

PRIVATE KNEIPEN UND BORDELLE

Zahlreiche Chronisten berichten, dass die alten Griechen gerne und oft einen zur Brust nahmen und eine ausgeprägte Trinkkultur entwickelt hatten. Umso erstaunlicher ist es für Archäologen, dass bisher noch keine Relikte von Kneipen gefunden wurden. Die britische Forscherin Clare Kelly Blazeby von der University of Leeds meint jetzt, dafür eine Erklärung entdeckt zu haben: Wein und andere Alkoholika wurden überwiegend in Privathäusern ausgeschenkt.

Blazeby hatte die Ruinen mehrerer Häuser aus der Zeit von 475 bis 323 v.Chr. untersucht. Da man in ihnen große Mengen von Tassen, Bechern und anderem Geschirr gefunden hatte, nahmen Wissenschaftler bisher an, dass die Besitzer wohlhabend gewesen seien. Blazeby ist anderer Meinung: „In vielen Häusern gab es Hunderte Trinkgefäße. Das ist weit mehr als für den privaten Gebrauch benötigt wird. Wahrscheinlich wurde hier kommerziell Wein verkauft.“ Aus erotischen Wandmalereien in einigen Häusern schließt sie, dass es dort auch zu gewerblichen Liebesdiensten kam, zur Prostitution. Wenn sich die Theorie der Wissenschaftlerin bestätigt, würde das ein neues Licht auf das antike Griechenland werfen. „Das hieße nämlich“, meint Blazeby, „ dass sehr viel Handel in den eigenen vier Wänden betrieben wurde.“

Anzeige

bild der wissenschaft | Aktuelles Heft

Anzeige

Aktueller Buchtipp

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung
Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Wissenschaftslexikon

Gra|nit|por|phyr  〈m. 1; unz.; Min.〉 Granit mit porphyrischem Gefüge

Live|mit|schnitt  〈[lf–] m. 1; Radio; TV〉 Originalmitschnitt, Direktmitschnitt; →a. Livesendung ... mehr

Jah|res|er|geb|nis  〈n. 11; Wirtsch.〉 finanzieller Ertrag eines Geschäftsjahres; Sy Jahresertrag ( ... mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige