Protokolle des Grauens - wissenschaft.de
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Geschichte+Archäologie

Protokolle des Grauens

Franz Magill, Kommandant des 2. SS-Kavallerie-Regiments, berichtet am 12. August 1941 über eine aus seiner Sicht „gelungene Aktion“: „Jüdische Plünderer [generell Ausdruck für jüdische Männer] wurden erschossen. Weiber und Kinder in die Sümpfe zu treiben, hatte nicht den Erfolg, den es haben sollte, denn die Sümpfe waren nicht so tief, daß ein Einsinken erfolgen konnte.“ Ermordet wurden 6 529 Juden. Sehr zufrieden war der Kommandant mit der ukrainischen Bevölkerung, sie habe beim „Zusammentreiben tatkräftig“ mitgeholfen.

Dieses Dokument, dass das Unfassbare in dürrem Amtsdeutsch mitteilt, findet sich in der auf 16 Bände konzipierten Reihe „Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das national‧sozialistische Deutschland 1933–1945“. Jüngst erschien der vierte Band, von Bert Hoppe und Hildrun Glass bearbeitet (Band 7/1, München 2011). Die Dokumente, alle bis 1945 entstanden, werden chrono‧logisch präsentiert. So stehen in verstörender Mischung NS-Befehle neben Briefen verfolgter Juden, Zeitungsartikel neben Gesandtenberichten. Dieses widersprüchliche Nebeneinander der Texte, so die Herausgeber um Ulrich Herbert, entspreche eher der zeitgenössischen Wahrnehmung als ein nachträglich geordneter Aufbau. Die profunde Einleitung bietet einen umfassenden Kontext zum Verständnis der Texte.

Quelle: Dr. Heike Talkenberger
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Syn|zy|ti|um  〈n.; –s, –ti|en〉 durch Verschmelzung vieler Zellen nach Auflösung der Zellgrenzen entstandene, vielkernige Plasmamasse [<nlat. syncytium; ... mehr

Be|ru|hi|gungs|mit|tel  〈n. 13; Pharm.〉 Mittel zur Herabsetzung der Erregbarkeit, z. B. Baldrian; Sy Sedativum ... mehr

Me|so|phyt  〈m. 16; Bot.〉 mäßig feuchte Standorte bevorzugende Pflanze [<grch. mesos ... mehr

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