Rassismus am Laternenpfahl - wissenschaft.de
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Geschichte+Archäologie

Rassismus am Laternenpfahl

Menschenfeindliche Agitation und darauf folgende Reaktionen: Collage von in der Ausstellung zu sehenden Aufklebern. (DHM)

Eine Ausstellung des Deutschen Historischen Museums (DHM) nimmt die Geschichte des Rassismus und des Antisemitismus in Deutschland anhand eines kleinen und doch omnipräsenten Gegenstandes in den Blick: Des im öffentlichen Raum platzierten Klebezettels oder – neudeutsch formuliert – Stickers.

Der Klebezettel ist seit Ende des 19. Jahrhunderts fester Bestandteil des Repertoires, das zur politischen Agitation eingesetzt wurde. Ursächlich für seinen Erfolg waren vor allem der geringe Herstellungspreis und seine Handlichkeit, was es ermöglichte, große Stückzahlen zu produzieren und schnell zu verbreiten. Die konkreten Formen der Klebezettel variierten dabei, neben dem „klassischen“ Laternensticker wurden um die Jahrhundertwende auch Sammelmarken und Briefverschlussmarken populär.

Besonders antisemitische Organisationen entdeckten früh den Klebesticker für sich und setzten ihn ein, um rassistische Vorstellungen von Ungleichheit und Überlegenheit zu verbreiten. Die Ausstellung des DHM mit dem Titel „Angezettelt. Antisemitische und rassistische Aufkleber von 1880 bis heute“ zeigt jedoch nicht nur Hetz-Aufkleber, sondern auch die Reaktion der Attackierten. So starteten beispielsweise jüdische Organisationen Gegenkampagnen, welche die Antisemiten demaskieren sollten.

Durch diese Gegenüberstellung wollen die Macher der Ausstellung sowohl die Geschichte einer rassistischen sozialen Praxis erzählen, als auch dem Widerstand gegen menschenfeindliche Ressentiments Raum geben.

Dass Klebezettel als Mittel zur Verbreitung rassistischer Weltbilder leider nicht außer Mode gekommen sind, zeigt die Ausstellung anhand aktueller Aufkleber, die auf die Flüchtlingsdebatte Bezug nehmen.

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Die Ausstellung „Angezettelt“, die vom DHM in Kooperation mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung und der TU Berlin entworfen wurde und durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert wird, ist vom 20. April bis zum 31. Juli 2016 zu sehen.

Quelle: Deutsches Historisches Museum
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