Anzeige
Anzeige
1 Monat GRATIS testen, danach für nur 9,90€/Monat!

Stadtmuseum Tübingen

Reisen, Handel, Verkehr

Ob auf der Straße, zu Wasser, auf der Schiene oder in der Luft: Das Motto des diesjährigen Tag des offenen Denkmals lautet: Kultur in Bewegung. (© Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn)

Unter dem Motto „Kultur in Bewegung. Reisen, Handel, Verkehr“ wird am 12. September 2010 in Lüneburg der diesjährige Tag des offenen Denkmals eröffnet. In allen deutschen Bundesländern finden dazu zahlreiche Veranstaltungen statt. Rund 7500 Bau- und Bodendenkmale können von interessierten Besuchern besichtigt werden.

Der Tag des offenen Denkmals fand in Deutschland erstmals 1993 statt. Damit folgten die Organisatoren einer Idee, die ihren Ursprung bereits 1984 in Frankreich hatte. 1991 wurde das Projekt vom Europarat aufgenommen. Im Rahmen der „European Heritage Days“ richten seitdem jedes Jahr im Herbst – meist im September – nahezu 50 europäische Staaten ihre nationalen Denkmaltage aus. 1999 wurden europaweit insgesamt 19,4 Millionen Besucher gezählt. Auch in Deutschland erfreut sich der mittlerweile fest etablierte Tag des offenen Denkmals einer großen Beliebtheit. In den vergangenen Jahren nahmen stets rund vier Millionen Interessierte an den Veranstaltungen und Führungen teil. Das vielseitige Angebot steht dabei seit 1999 jedes Mal unter einem bestimmten Motto. Dieses kann wie in diesem Jahr ein allgemeiner thematischer Oberbegriff sein (2010: Bewegung, 2009: Genuss, 2005: Krieg und Frieden, 1999: Europa), teilweise orientiert sich das Motto aber auch am ursprünglichen Zweck oder der konkreten Funktion der Gebäude und Denkmale (2007: Sakralbauten, 2006: Gärten und Parks, 2002: Straßen, Plätze und Ensembles).

Durch die wechselnden Schwerpunktthemen gewinnen konventionelle Denkmale wie Schlösser, Festungen und Kirchen neue Attraktivität, da man sie immer wieder mit anderen Fragestellungen betrachten kann. Doch auch bislang unbekannte Kulturgüter können anhand des jeweiligen Mottos der Öffentlichkeit vorgestellt werden. 2010 wird durch das Thema „Kultur in Bewegung“ vor allem Bahnhöfen, Kaufmannshäusern, Häfen oder alten Handelsstraßen besondere Aufmerksamkeit zuteil. Interessierte können beispielsweise an einer Fahrt in historischen Reisewagen einer Dampflok in Altenkirchen (Westerwald) teilnehmen, auf der römischen Heerstraße Via Belgica im nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg wandern oder sich auf Nachbildungen historischer Postkutschen durch Langenfeld im Kreis Mettmann fahren lassen. Begleitet und geführt werden sie von Historikern, Archäologen, anderen fachkundigen Referenten oder den heutigen Eigentümern der Gebäude. Im ältesten Wallfahrtsort Bayerns, dem Benediktinerkloster Andechs (Kreis Starnberg), führen sogar die Mönche selbst durch das 1850 als Wirtschaftsgut der Münchener Abtei St. Bonifaz wiedererrichtete Kloster. Auch hier orientiert man sich am diesjährigen Motto des Denkmaltags und widmet sich neben der Klosterbrauerei, der eigenen Brennerei und dem Klostergarten vor allem dem Aspekt der Wallfahrt. In Berlin lockt ein wesentlich jüngeres Denkmal die Besucher in den Stadtteil Tempelhof: In dem durch die Berliner Luftbrücke 1948/49 berühmt gewordenen und vor zwei Jahren stillgelegten Flughafen finden Führungen durch die Empfangshalle und die umfangreichen, sonst nicht zugänglichen unterirdischen Anlagen statt. Die Veranstaltungen am Tag des offenen Denkmals in Deutschland sind überwiegend kostenfrei. Kaffee und Kuchen sorgen an vielen Orten für eine Verstärkung am Nachmittag.

Ziel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die den Tag des offenen Denkmals seit 1993 koordiniert, ist es, die Bürger auf die Vielzahl bemerkenswerter Kulturgüter in der eigenen Heimat aufmerksam zu machen. Die Führungen, Präsentationen und Ausstellungen sollen zugleich auf die Frage nach dem Erhalt der Denkmale hinweisen. So werden Interessierte auch über den baulichen Zustand und Maßnahmen zur Instandsetzung der Objekte informiert. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiert, nutzt die öffentliche Wirksamkeit des Denkmaltags, um der Bevölkerung ihre Arbeit und Projekte vorzustellen und hofft so auch auf weitere Spenden. Bislang konnte die private Stiftung mehr als 3600 Denkmalen mit Hilfe von 430 Millionen Euro vor dem Verfall bewahren. Dabei versteht sie sich zwar nicht als Ersatz für staatliche Zuwendungen, sieht sich allerdings durch ständige Kürzungen der öffentlichen Gelder für den Erhalt von historischen Gebäuden mit einer immer größeren Anzahl gefährdeter Kulturgüter konfrontiert. Mit dem Schulförderprogramm denkmal aktiv. Kulturerbe macht Schule (http://www.denkmal-aktiv.de/) versucht die Stiftung, bereits Schüler auf ihre Arbeit zum Schutz gefährdeter Denkmale aufmerksam zu machen.

Quelle: Philipp Meller
Anzeige
Anzeige

DAMALS | Aktuelles Heft

Bildband DAMALS Galerie

Der Podcast zur Geschichte.

Geschichten von Alexander dem Großen bis ins 21. Jahrhundert. 2x im Monat reden zwei Historiker über ein Thema aus der Geschichte. In Kooperation mit DAMALS – Das Magazin für Geschichte.

Hören Sie hier die aktuelle Episode:

Anzeige

Wissenschaftslexikon

Azi|di|tät  〈f.; –; unz.; Chem.〉 Säuregrad (einer Flüssigkeit); oV Acidität … mehr

Kunst|ba|nau|se  〈m. 17; umg.; abwertend〉 jmd., der kein Verständnis für Kunst hat u. daher meist abfällige Urteile darüber äußert

Erd|rutsch  〈m. 1〉 = Bergrutsch

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]