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Geschichte+Archäologie

Römische Verkehrswege im Grenzland

Römerstraße
Die beiden parallel laufenden dunklen Spuren markieren die Randgräben der Römerstraße (Bild: RAAP)

Bei Nijmegen haben Archäologen die Überreste einer römischen Straße und eines römischen Kanals entdeckt. Die rund 2000 Jahre alten Bauwerke bildeten vermutlich wichtige Verkehrsverbindungen zwischen dem nahen Limes und den römischen Niederlassungen in der Region um Nijmegen. Entlang dieser antiken Verkehrsadern stießen die Forscher zudem auf die Reste mehrerer römischer Häuser und Lagergebäude.

Die niederländische Stadt Nijmegen hat ihre Wurzeln in der römischen Antike. Schon um 19 vor Christus gab es dort mehrere römische Militärstützpunkte und Niederlassungen. Grund dafür war wahrscheinlich die strategisch günstige Lage am Ufer der Waal. Sie bildet heute den südlichen und breiteren der beiden Mündungsarme des Rheins, führte aber zur Zeit der Römer noch weniger Wasser. Der Limes, die westliche Grenze des römischen Reichs in diesem Gebiet, verlief nicht entlang der Waal, sondern nördlich davon entlang des Niederrheins.

Römerstraße am Nordufer der Waal

Bei Ausgrabungen in Oosterhout nordwestlich von Nijmegen haben Forscher der niederländischen Archäologie-Stiftung RAAP jetzt die Relikte einer breiten Römerstraße und eines antiken Kanals entdeckt. Beide sind Datierungen zufolge etwa 2000 Jahre alt. Die Römerstraße folgt dem Nordufer der Waal und könnte Teil einer Fernverbindung zwischen dem römischen Köln und der an der Nordseeküste liegenden Niederlassung Valkenburg gewesen sein, wie die Archäologen erklären. Denn die Route entlang der Waal war kürzer als der Weg den Limes hinauf bis zum heutigen Arnheim und dann nach Westen.

Die freigelegten Relikte zeigen, dass die Römerstraße mit einer Mischung aus sandigem Lehm und Kies gepflastert war. Der Kies wurde vermutlich in unmittelbarer Nähe, wahrscheinlich in der Seitenmoräne von Nijmegen, abgebaut und könnte dann per Schiff über die Waal nach Oosterhout transportiert worden sein. Die Oberfläche der alten Römerstraße fiel zu den Seiten hin leicht ab, sodass Wasser in die Randgräben neben der Straße abfließen konnte. In unmittelbarer Nähe zur Römerstraße haben die Archäologen zudem die Überreste eines römischen Hauses entdeckt.

Römerkanal
Freigelegtes Profil des Römerkanals. (Bild: RAAP)

Kanal verband Waal und Niederrhein

Unweit der Römerstraße stießen die Forscher auf ein weiteres Bauwerk aus der Römerzeit: einen mehr als zehn Meter breiten Kanal. Dieser könnte einst die Waal mit dem Niederrhein verbunden und so eine direkte Schifffahrtsverbindung von Nijmegen zum Limes ermöglicht haben, heißt es in der Mitteilung der RAAP. Entlang des Kanals förderten die Ausgrabungen die Reste mehrerer römischer Häuser zutage, die nebeneinander am Kanalufer aufgereiht standen. In den Gebäuden wurden Reste von antiken Alltagsobjekten wie Amphoren, Öllampen, Glas und Wäscheklammern gefunden.

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Außerdem wurden die Ruinen eines sogenannten Horreums, einer Art römischer Lagerhalle, ausgegraben. Sie deutet darauf hin, dass diese Siedlung möglicherweise als Hafen und Umschlagplatz für Güter diente. Denn wie die Archäologen erklären, bildeten die Verkehrsadern des römischen Reichs auch attraktive Siedlungs- und Handelsplätze. Die Siedlung entlang des Kanals nahm daher wahrscheinlich im Verlauf des ersten Jahrhunderts langsam an Größe zu.

Allerdings gibt es Indizien dafür, dass der Kanal wenig später begann zu verlanden, wie die Archäologen berichten. Wahrscheinlich hängt dies eng mit dem Abzug der Römer aus Nijmegen um das Jahr 105 zusammen – danach wurden Straße und Kanal nicht mehr unterhalten. Insgesamt deuten die Entdeckung des Kanals und der Römerstraße aber darauf hin, dass die römische Infrastruktur zwischen Waal und Limes stärker ausgebaut war als zuvor angenommen.

Quelle: RAAP

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