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Geschichte|Archäologie

Romantik und Monster

Julien Adolphe Duvocelle (1873-1961); Totenschädel mit hervortretenden Augen, 1904; Bleistift und Kohle auf Papier, 36x25 cm; © Musée d'Orsay, Paris

Ausstellung im Städel Museum präsentiert die „dunkle“ Seite der Romantik Wem die ewige Stilisierung des Schönen und Guten in der Kunst zu langweilig ist, der wird an der Ausstellung „Schwarze Romantik. Von Goya bis Max Ernst“ im Frankfurter Städel Museum seine helle Freude haben. Bis zum 20. Januar 2013 kann die Schau in Deutschland besucht werden, danach zieht sie weiter ins Pariser Musée d’Orsay (4. März bis 9. Juni 2013).

Die „Schwarze Romantik“ stellt keine Kunstepoche oder Stilrichtung dar, sie ist vielmehr Ausdruck einer Geisteshaltung. So löst die seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert entdeckte Faszination für das Schreckliche, Unheimliche und Groteske auch nicht die klassischen romantischen Motive des Erhabenen und Makellosen ab, sie existieren fortan vielmehr parallel, stellen geradezu zwei Seiten derselben Medaille dar. Denn beide sind eine auf die Betonung der Gefühlswelt ausgerichtete Reaktion auf den vorherrschenden Primat der Vernunft seit der Aufklärungszeit. Doch Gefühl ist nicht gleich Gefühl. Die „Schwarze Romantik“ widmet sich der dunklen Seite der menschlichen Psyche: Angst, Grausamkeit und Tod sind zentrale Motive, die die Künstler inspirierten.

Als entscheidender Auslöser für die Entstehung der künstlerischen Bewegung muss die Enttäuschung über die hehren Versprechungen der Aufklärung verstanden werden. Der Französischen Revolution, die von vielen Intellektuellen anfangs als Aufbruch in ein neues goldenes Zeitalter gefeiert wurde, folgte Terror, und Napoleon überzog ganz Europa im Namen des zivilisatorischen Fortschritts mit Krieg. Für die „schwarzen Romantiker“ macht die Ratio eben nur einen Teil des menschlichen Wesens aus, nach Francisco de Goyas Werk „Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer“ zu schließen, nicht einmal immer den Besten.

Die Ausstellung versammelt des Weiteren weltberühmte Stücke von Füssli, Friedrich, Delacroix und Böcklin und ist thematisch die erste ihrer Art in Deutschland. Ihr zentrales Anliegen ist es, den Blick der Besucher auch für die „dunklen“ Facetten der Romantik zu öffnen. Dabei beschränkt sie sich aber nicht auf die eigentliche Ära der Romantik, sondern spannt einen zeitlichen Bogen vom ausgehenden 18. Jahrhundert über den Symbolismus bis hin zur Hochphase des Surrealismus. Verbindendes Element zwischen den verschiedenen Kunstepochen ist dabei stets die betonte Abkehr vom vernunftorientierten Denken. Auch medial ist der Ansatz der Präsentation weit gefächert: Neben Gemälden, Grafiken und Skulpturen werden auch Fotografien und Filmsequenzen zum Thema miteinbezogen.

Begleitend ist ein Katalog im Hatje Cantz Verlag erschienen, der die Ausstellung durch Essays zum Thema vertieft. Außerdem sind alle Exponate in hochwertiger Bildqualität enthalten.

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Quelle: Städel Museum Frankfurt a. M.
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