"Sauerbruch-Arm": Prothesen für Kriegsversehrte - wissenschaft.de
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Geschichte+Archäologie

„Sauerbruch-Arm“: Prothesen für Kriegsversehrte

Plakat zur Ausstellung (Deutsches Medizinhistorisches Museum)

Was macht ein Handwerker, der seine Hand verliert? Er gibt auf, schult um, verzweifelt – oder erfindet sein Handwerk mit einer Kunsthand neu, so wie der Hutmacher Gottfried Schätz von Tegernsee. Seine Kunsthand steht im Zentrum der kleinen Ausstellung „Die Hand des Hutmachers“, mit der das Deutsche Medizinhistorische Museum ab 27. Februar die Reihe „Medizin unter der Lupe“ fortsetzt. Anhand der Lebensgeschichten dreier Männer, die vor dem Zweiten Weltkrieg allesamt handwerklichen Berufen nachgegangen waren und versehrt aus diesem zurückkehrten, wird der Wert medizinischer Errungenschaften auf dem Gebiet der Prothetik sowohl für die Betroffenen als auch für die Gesamtgesellschaft diskutiert.

Dem im Zweiten Weltkrieg verwundeten Hutmacher Gottfried Schätz aus Tegernsee ermöglichte seine sogenannte Sauerbruch-Unterarmprothese auch nach 1945 dem erlernten Beruf nachzugehen, die väterliche Werkstatt zu übernehmen und diese bis ins hohe Alter weiter zu führen. Insgesamt kamen rund 50.000 deutsche Männer armamputiert aus dem Krieg zurück.

Gleichzeitig erzählt seine Holzhand die Geschichte des Chirurgen Ferdinand Sauerbruch. Ihm gelang es bereits während des Ersten Weltkrieges, einen Kunstarm zu entwickeln, der eine direkte funktionelle Verbindung zwischen Körper und Prothese herstellte. Bereits die zahllosen Kriegsversehrten dieses Krieges hatten von der medizintechnischen Neuerung profitiert. Das Thema „Medizin im Krieg“ wird auch im aktuellen DAMALS 3/2014 „Alptraum Erster Weltkrieg 1914-1918“ aufgegriffen: http://www.damals.de/de/13/Titelthema.html

Quelle: Redaktion DAMALS/ Deutsches Medizinhistorisches Museum
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Trot|zer  〈m. 3; Bot.〉 zweijährige Kulturpflanze, die im zweiten Vegetationsjahr noch keine Blütenstängel bildet

Fort|pflan|zungs|ge|schwin|dig|keit  〈f. 20; Phys.〉 die Geschwindigkeit, mit der etwas, z. B. eine Wellenbewegung, sich ausbreitet, fortpflanzt

Pho|to|ta|xis  〈f.; –, –xi|en〉 = Fototaxis

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